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Sichere Arbeit
Ergonomische Bürosessel im Wandel der Zeit: Das Modell stammt aus 1968.
Das Modell stammt aus einer aktuellen Kollektion.
Prämierter Bürodrehstuhl beim Innovationspreis Architektur und Office auf der „Orgatec 2018“
Bürotisch mit einfacher Handhabung für die Höhenverstellung (das kleine Bild zeigt den intuitiv handhabbaren Schalter)
Raum-im-Raum-Lösungen für Besprechungen oder konzentriertes Arbeiten
Die Hersteller wollen eine neue Lebensqualität im Büro schaffen.

Bürowelt im Wandel - alles schlecht?

Ergonomie

Die Arbeitswelt verändert sich, und das macht auch nicht vor dem klassischen Büro- und Bildschirmarbeitsplatz halt. Multi-Space-Büros, Besprechungsboxen und knallige Bürosessel – in welche Richtung gehen die neuen Arbeitsformen? Die „Orgatec 2018“ in Köln, die nach Eigendefinition „internationale Leitmesse für moderne Arbeitswelten“, zeigt die Büromöbel-Trends der Zukunft.

Unter dem Titel „Arbeit neu denken“ präsentieren Hersteller aus der ganzen Welt Ausstattung und Einrichtung rund um das Büro. Der Angebotsbereich reicht von Akustik, Licht und Beleuchtung über Tische und Sessel bis hin zu unterstützenden ergonomischen Tools.

Auf der diesjährigen Messe ließen sich einige Entwicklungen in der Branche erkennen, wobei ein Trend klar im Vordergrund stand: Tische, Stühle & Co für diverse Büros werden nicht mehr unabhängig voneinander betrachtet und einzeln ausgewählt. Die Büroausstattung wird immer mehr zum Gesamtkonzept und dient darüber hinaus dazu, die jeweilige Firmenstrategie und die Unternehmensphilosophie aufzugreifen und zu unterstützen. Moderne Büromöbel können mehr, sie schaffen Lebensräume, sind nutzerorientiert und sie passen sich an die Arbeitssituation an.

Die Weiterentwicklung des Großraumbüros

Sowohl Anbieter als auch Unternehmen dürften erkannt haben, dass das Arbeiten in Großraumbüros ohne Rückzugsmöglichkeiten seine Tücken hat und häufig seitens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über Lärm, Ablenkung und auch Klimaprobleme geklagt wird. „Multi-Space-Büros“ versuchen dem entgegenzuwirken und integrieren zum Beispiel sogenannte Raum-im-Raum-Lösungen. Besprechungsboxen werden im Bürobereich aufgestellt und bieten einen schalldichten Raum an, der für verschiedene Tätigkeiten genutzt werden kann. Multi-Space-Büros spannen einen Bogen zwischen verschiedenen Tätigkeiten des Arbeitsalltags. Sie beinhalten u. a. Rückzugsmöglichkeiten für geistig anspruchsvolle Tätigkeiten oder Telefonate, sie bieten Besprechungsräume, Kreativräume oder auch Aufenthaltsräume.

Oftmals kann ein und derselbe Raum an verschiedene Nutzungsmöglichkeiten adaptiert werden. Ob sich diese neue Büroform in der Praxis durchsetzen wird, wird man in den nächsten Jahren sehen. Damit ein Multi-Space-Büro-Konzept für eine Firma passend ist, ist entscheidend, dass sich ein Unternehmen vorab über seine Arbeitsvorgänge und seine Raumnutzung im Klaren ist.

Der Arbeitsraum wird zum Lebensraum

Von Einzelbüros über Gruppenbüros bis hin zum neuen Trend „Multi-Space-Büros“ – Raumgestaltung und Büromöbel sollen das Konzept des jeweiligen Anwenders unterstreichen. Nicht nur die verschiedenen arbeitstechnischen Nutzungsmöglichkeiten eines Büros standen auf der „Orgatec 2018“ im Fokus, auch der Wohlfühlcharakter wird immer wichtiger. Die bunte, moderne und stilvolle Ausstattung soll die Bindung und Identifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen unterstützen. Eine in Köln präsentierte Studie des Fraunhofer-Instituts IAO zum Thema „Wirksame Büro- und Arbeitswelten“ kommt zu dem Schluss, dass Büro- und Arbeitswelten und die damit einhergehende Bürogestaltung die Innovationsfähigkeit des Unternehmens, Arbeitgeberattraktivität und Wohlbefinden positiv beeinflussen können. Dies spiegelt sich im oft „wohnlich“ anmutenden Angebot vieler Hersteller wider.

Design vor Funktionalität?

Neben Features, die Arbeitsräume zu Lebensräumen machen, wie zum Beispiel Besprechungstische, die zu Tischtennistischen umfunktioniert werden können, oder Telefonkabinen und Bewegungs-Apps, wurden auf der „Orgatec“ auch unzählige Modelle von Sesseln und Tischen von Herstellern aus der ganzen Welt präsentiert. Dabei haben die namhaften Marken aus Europa vor allem aus dem asiatischen Raum große Konkurrenz bekommen.

Es lassen sich hierbei zwei große Trends beobachten: Höhenverstellbare Tische sind in der Büromöbelwelt mittlerweile zum Standard geworden. Neben vereinzelten Designer-Tischen, die keine Höhenanpassung zulassen, konnte der Großteil der ausgestellten Tische in ihrer Höhe bis zum Stehtisch elektrisch verstellt werden. Dies ermöglicht einen häufigen und bequemen Wechsel zwischen Sitzen und Stehen und bringt Bewegung in den Arbeitstag.

Der zweite große Trend bezieht sich auf Bürostühle. Viele Sessel können als stylish sowie schnell und einfach einstellbar beschrieben werden. Sie sind bunt und schick geworden. Was allerdings auffällt: Die Einstellmöglichkeiten wurden reduziert. So kann zum Beispiel die Rückenlehne oft nicht mehr in ihrer Höhe verstellt werden, sondern es ist nur mehr eine Verstellung der Lordosenstütze-Position möglich. Auch werden immer mehr Sessel auf den Markt gebracht, die eine Einstellung aufgrund von speziellen Netzbespannungen scheinbar nicht mehr notwendig machen. Dies entspricht einerseits nicht grundsätzlich der Bildschirmarbeitsverordnung, zusätzlich besteht die Gefahr, dass sehr klein oder sehr groß gewachsene Menschen darin nicht die für sie unterstützende Sitzposition einnehmen können.

Tipps für die Büroeinrichtung:

  • Bürosessel vor dem Kauf testen: Der Bürosessel ist eines der wichtigsten Arbeitsmittel bei der Bildschirmarbeit. Jeder und jede hat unterschiedliche Körpermaße, ein perfektes Modell für alle wird es daher nicht geben. Das Testen ist und bleibt daher wichtig!
  • Die Tischfläche sollte laut ÖNORM 8010 Ergonomische Gestaltung von Büroarbeitsplätzen 160 x 80 cm betragen, kleinere Tischflächen und vor allem Tischtiefen können die Anpassungsmöglichkeiten des Abstands zwischen Bildschirm und Auge einschränken und sind daher nicht zu empfehlen.
  • Neue ergonomische Hilfsmittel wie Stehhilfen, Armauflagen, Wackelbretter für die Steharbeit können Belastungen des Muskel-Skelett-Apparates reduzieren und unterstützend eingesetzt werden.
  • Arbeitswelten verändern sich, in manchen Firmenkonzepten kann Desk-Sharing ein neuer Weg sein. Ergonomische Tools können Anwender dabei unterstützen, den geteilten Arbeitsplatz in Bezug auf Sitzhöhe, Tischhöhe und Licht automatisch und damit zeitsparend für sie individuell passend einzurichten.

Mag. Julia Lebersorg-Likar
julia.lebersorg-likar@auva.at
DI Michael Wichtl
michael.wichtl@auva.at
Beide:
AUVA-Hauptstelle
Abteilung für Unfallverhütung und Berufskrankheitenbekämpfung
1200 Wien, Adalbert-Stifter-Straße 65

Zusammenfassung

Das Büro der Zukunft wird nicht mehr als Summe verschiedener Einzelkomponenten gesehen, sondern als ergonomische Systemlösung mit Wohlfühl-Charakter. Dies zeigte die Fachmesse „Orgatec“ in Köln deutlich auf.

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