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Sichere Arbeit
Florian Hauss weiß aus eigener Erfahrung, wie schnell ein Arbeitsunfall bei Unachtsamkeit geschehen kann. Dieses Wissen gibt er an die jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter.
Bernhard Artmüller (links) und Florian Hauss (rechts), die beiden Sicherheitsfachkräfte bei ZKW in Wieselburg.
Die Führung steht dahinter: Ralph Faltinger, Director of Operations (Mitte) im Gespräch mit den beiden Sicherheitsfachkräften.

Arbeitssicherheit im Scheinwerferlicht

Good Practice

Bei ZKW Lichtsysteme hat man erkannt, dass sich Prävention im Unternehmen besser umsetzen lässt, wenn der tägliche, direkte Kontakt zur Belegschaft gepflegt wird. Um die betriebliche Sicherheit und die Arbeitssicherheit zu erhöhen, setzt das Unternehmen auf Werte, persönlichen Kontakt und Führungsverantwortung. Eine wichtige Rolle spielen die beiden Sicherheitsfachkräfte Bernhard Artmüller und Florian Hauss. Hauss weiß aus eigener Erfahrung, wie schnell ein Arbeitsunfall geschehen kann.
Die ZKW Lichtsysteme GmbH im niederösterreichischen Wieselburg entwickelt und produziert High-Tech-Scheinwerfer, Leucht- und Elektroniksysteme für die globale Automobilindustrie. 2.800.000 Stück Scheinwerfer werden hier von rund 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern pro Jahr hergestellt. Um ihre Sicherheit und Gesundheit kümmern sich die beiden Sicherheitsfachkräfte Bernhard Artmüller und Florian Hauss. Gemeinsam tragen sie dazu bei, dass gesetzliche Anforderungen erfüllt werden, der Arbeitnehmerschutz strukturiert organisiert ist und gleichzeitig die individuellen Bedürfnisse des Unternehmens und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berücksichtigt werden.
Sicherheit braucht Verantwortung
Bevor sie die Ausbildung zur Sicherheitsfachkraft absolvierten, waren die beiden in anderen Bereichen bei ZKW tätig. Artmüller war zuletzt Projektleiter im Bereich der Scheinwerferentwicklung. Hauss kennt das Unternehmen seit seiner Jugendzeit: Nach seiner Lehre zum Maschinenbautechniker in der Schlosserei arbeitete er zwölf Jahre bei ZKW und hat alle Abteilungen und Bereiche im Unternehmen kennengelernt. Sowohl Artmüller als auch Hauss engagieren sich in ihrer Freizeit bei der Freiwilligen Feuerwehr, Artmüller ist zudem Notfallsanitäter. Aufgrund ihrer Erfahrungen mit menschlichen Schicksalen nach Unfällen wollten sie an ihrem Arbeitsplatz für mehr Sicherheit und Gesundheit sorgen. „Als Kommandant bei Einsätzen trage ich die Verantwortung für die gesamte Mannschaft. Dadurch ist mein Sicherheitsbewusstsein stark ausgeprägt“, sagt Hauss. 
Der 32-jährige Hauss weiß aus eigener Erfahrung, wie schnell ein Arbeitsunfall passieren kann. Während seiner Lehrlingsausbildung geriet er mit der Hand in eine Ständerbohrmaschine – aus Unachtsamkeit, wie er selbst berichtet. Dabei wurde sein rechter Zeigefinger abgetrennt. Nach Wochen im Krankenstand musste er grundlegende Fähigkeiten wie Greifen und Schreiben ganz neu erlernen. Mit der Unterstützung des Unternehmens konnte er seine Lehre dennoch erfolgreich abschließen. Heute, so sagt er, sei es für ihn am wichtigsten, jeden Tag gesund von der Arbeit nach Hause zu kommen.
Sein eigener Arbeitsunfall ist im Betrieb kein Geheimnis. Hauss spricht offen über den Vorfall und die Ursachen: „Speziell in den Erstunterweisungen und bei Lehrlingen und jüngeren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird das mit viel Interesse aufgenommen. Ich bin mir sicher, dass sich jeder, der von meinem Unfall weiß, vor Inbetriebnahme einer Bohrmaschine kurz Gedanken macht“, sagt er.
Sicherheit braucht Kommunikation
Neben den technischen Sicherheitsmaßnahmen ist es vor allem wichtig, über Prävention zu sprechen. „Eine fixe Maßnahme ist bei uns, dass ein Unfall zum nächstmöglichen Termin mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern genau durchbesprochen und analysiert wird“, erklärt Artmüller. Und Hauss betont: „Wir müssen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Bewusstsein dafür schaffen, dass die Sicherheitsvorschriften eingehalten werden müssen!“ Dabei bewege man sich manchmal auf einem schmalen Grat zwischen Schulmeisterei und Kommunikation auf Augenhöhe. „Vertrauen ist eine wichtige Voraussetzung. Kommunikation ist keine Einbahnstraße. Die Mitarbeiter müssen auch die Möglichkeit zur Interaktion haben – Fragen stellen und Vorschläge einbringen können“, sagt Artmüller. Wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von sich aus gefährliche Situationen ansprechen und Lösungsvorschläge machen, ist es für die beiden Sicherheitsfachkräfte ein Beweis, dass sie ihre Arbeit gut machen. Das belegen auch die Fakten: Die Zahl der Arbeitsunfälle bei ZKW ist in den letzten Jahren deutlich gesunken.
Sicherheit braucht Führung
Der Austausch über Gefahren in der Arbeitsumgebung und ihre Vermeidung geschieht auf allen betrieblichen Ebenen. Warum Sicherheit und Gesundheit bei ZKW auch Chefsache sind, das liegt für Ralph Faltinger, Director of Operations bei ZKW Lichtsysteme GmbH, auf der Hand: „Wir produzieren hochwertige und technologisch anspruchsvolle Produkte. Dafür brauchen wir qualifizierte, motivierte und vor allem gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Deswegen ist es für uns wichtig, ein positives Betriebsklima zu schaffen, in dem die Sicherheit, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen hohen Stellenwert haben. Nicht nur aus unternehmerischer Sicht, sondern weil es auch unsere moralische Pflicht ist.“
Das Unternehmen konnte sich dieses Jahr erfolgreich nach ISO 45001 – dem seit 2018 gültigen weltweiten Standard für Sicherheits- und Gesundheitsmanagement am Arbeitsplatz – zertifizieren. Dieser Standard stellt hinsichtlich der Organisation der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes sehr hohe Anforderungen. Auch international dienen die hohen Standards des niederösterreichischen Unternehmens als Benchmark. Die ZKW Group, die 1938 vom Wiener Unternehmer Karl Zizala gegründet wurde, gehört seit 2018 zum südkoreanischen Elektronikkonzern LG und operiert mittlerweile weltweit mit acht Standorten in Europa, Amerika und Asien. Videokonferenzen mit den Sicherheitsfachkräften aller Standorte sorgen für einen regelmäßigen Wissensaustausch und -transfer. „Unser Ziel ist es, für jeden einzelnen Mitarbeiter perfekte, sichere und gesunde Arbeitsbedingungen zu schaffen“, sagen Artmüller und Hauss.
Fachausbildung für Sicherheitsfachkräfte
Hat ein Unternehmen mehr als 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, muss eine Sicherheitsfachkraft bestellt werden. Die AUVA führt die Fachausbildung für Sicherheitsfachkräfte (SFK) und weitere Schulungen im Bereich ArbeitnehmerInnenschutz durch. Das aktuelle AUVA-Schulungsprogramm finden Sie unter:
Ein Video über die beiden Sicherheitsfachkräfte Florian Hauss und Bernhard Artmüller und wie sie Prävention bei ZKW umsetzen finden Sie auf: sichereswissen.info

Zusammenfassung

Bei ZKW Lichtsysteme im niederösterreichischen Wieselburg kümmern sich zwei Sicherheitsfachkräfte gemeinsam mit der Führungsetage täglich darum, die Arbeit noch sicherer zu gestalten.

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