Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen finden Sie unter Impressum. Impressum
Sichere Arbeit
Abb. 1: Bedingung für die (Wieder-)Aufnahme einer arbeitsmedizinischen Betreuung
DDr. Karl Hochgatterer, MSc
Abb. 1: Bedingung für die (Wieder-)Aufnahme einer arbeitsmedizinischen Betreuung
DDr. Karl Hochgatterer, MSc

Berufsbild Arbeitsmedizinerin/Arbeitsmediziner 4.0 – Aktuelle Studie zeigt Bedarf für Aktualisierung

Arbeitsmedizin

In einer sich verändernden Arbeitswelt ist auch das Berufsbild der Arbeitsmedizinerin bzw. des Arbeitsmediziners einem Wandel unterworfen. Die AAMP (Österreichische Akademie für Arbeitsmedizin und Prävention) will künftig mehr Ärztinnen und Ärzte für den Beruf begeistern und arbeitet an einem neuen Berufsbild Arbeitsmedizin. Karl Hochgatterer
Der Wandel der Arbeitswelt schreitet dynamisch voran. Im Produktionsbereich betrifft dies in erster Linie Automatisierung und Digitalisierung. Im Dienstleistungsbereich treten Herausforderungen wie entgrenzte Arbeit (Home-Office, virtuelle Teams), Arbeitsverdichtung oder Qualifikationsdruck in den Vordergrund. Auch alternde Belegschaften oder die Förderung von Gesundheitskompetenz im Sinne eines salutogenen Ansatzes (Anm.: Salutogenese = Gesamtheit gesundheitsfördernder und -erhaltender Maßnahmen) sind Themen, mit denen sich Arbeitsmedizinerinnen und Arbeitsmediziner in Zukunft verstärkt beschäftigen werden. Nicht zuletzt hat auch die COVID-Krise gezeigt, wie wichtig es für Unternehmen und deren Beschäftigte ist, kompetente Beraterinnen und Berater für die Umsetzung von Präventionsmaßnahmen zur Verfügung zu haben. Mit diesen und anderen aktuellen Entwicklungen verändert sich auch der Beruf der Arbeitsmedizinerin bzw. des Arbeitsmediziners. 
Wunsch nach Änderung
Ein wesentlicher Faktor ist weiters die Notwendigkeit, mehr Ärztinnen und Ärzte für den Beruf der Arbeitsmedizinerin bzw. des Arbeitsmediziners zu begeistern. Eine aktuelle repräsentative Erhebung unter AAMP-Absolventinnen und -Absolventen hat die Aspekte eruiert, die die Arbeitsmedizin attraktiv machen, sowie die Motive bei der Entscheidung für bzw. gegen diesen Beruf. Es hat sich gezeigt, dass die Modifikation von drei spezifischen Themenbereichen das Interesse für die Ausübung einer arbeitsmedizinischen Tätigkeit steigern könnte (siehe Abb. 1). Während der Wunsch nach einer Ergänzung des Präventivfachs Arbeitsmedizin durch kurative Aufgaben nicht realisierbar erscheint, ist die Umsetzung der Forderungen nach einer Ausweitung des Tätigkeitsspektrums in Richtung allgemein-präventivmedizinische Tätigkeiten sowie nach mehr Unterstützung durch entsprechend geschulte arbeitsmedizinische Fach-Assistentinnen bzw. -Assistenten durchaus möglich.
Neukonzeption des Berufsbildes
Die Konzeption eines zeitgemäßen Berufsbildes Arbeitsmedizinerin bzw. Arbeitsmediziner durch die AAMP trägt dem beschriebenen Wandel Rechnung und integriert gleichzeitig anerkannte Prozesse in ein sich änderndes Umfeld. Das neue Berufsbild soll Berufsinteressentinnen und -interessenten einen Überblick über die beruflichen Möglichkeiten geben sowie potenziellen Kundinnen und Kunden der Arbeitsmedizin Orientierung für die zu erwartenden Dienstleitungen bieten. Es wurde mit Unterstützung namhafter Arbeitsmedizinerinnen und Arbeitsmediziner aus Österreich und Deutschland entwickelt und wird im Herbst 2020 publiziert. 

Artikel weiterempfehlen