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Sichere Arbeit

Wie kann man Gurtanlegequoten erhöhen?

AKTUELL

Als AUVA-Report Nr. 57 liegt nunmehr eine Untersuchung vor, die unter dem Titel "Ableitung von Maßnahmen zur Erhöhung der Gurtanlegequoten" auf Basis vorangegangener Untersuchungen und einer umfangreichen Literaturrecherche vom Kuratorium für Verkehrssicherheit im Auftrag und in Kooperation mit der AUVA geplant und durchgeführt wurde. Erfahrungen aus der rele-vanten Fachliteratur wie Aussagen zu statistischen Größen und weltweiten Best-Practice-Beispielen fanden dabei Berücksichtigung.

Als Kernstück der Untersuchung diente eine Befragung von Pkw- und Lkw-Lenkern hinsichtlich der Motive und Einstellungen zum Thema Gurtanlegeverhalten. Auf Basis dieser Befragung wurden spezifische Maßnahmen zur Erhöhung der Gurtanlegequoten abgeleitet. Zur Sicherung einer größtmöglichen Qualität flossen die Ergebnisse der Befragung zusammen mit den Erkenntnissen aus der Literaturrecherche und den Daten vorangegangener statistischer Erhebungen in eine Expertendiskussion ein, die im Rahmen eines Workshops stattfand. Dabei legte man inhaltliche Schwerpunkte und den grundlegenden Prozess zur Erarbeitung der Maßnahmen fest. Der Schwerpunkt "Bewusstseinsbildung" wurde maßgeblich durch die Vorgangsweise der CAST-Studie (CAST steht für "Campaigns and Awareness-Raising Strategies in Traffic Safety") beeinflusst. Diese Anleitung zur Durchführung einer Verkehrssicherheitskampagne spiegelt einen ganzheitlichen Charakter wider und ist gleichzeitig State of the Art. Auf Basis von Evaluationen und Qualitätskontrollen lassen sich dabei Kosten-Nutzen-Untersuchungen anstellen. Anhand dieser Informationen können fundierte Schlussfolgerungen gezogen und die Schwachstellen einer Kampagne bewertet werden. Daher fiel im Workshop die Entscheidung, die Vorgehensweise von CAST bei der Erarbeitung der Maßnahmen mitzubedenken. Die Berücksichtigung der Expertenmeinungen bildete schließlich die letzte Stufe zur Erarbeitung der Maßnahmen.

Letzten Endes entstand ein Maßnahmenkatalog, der unterschiedliche Vorschläge liefert und mit dem Ziel einer Erhöhung der Verkehrssicherheit zum Einsatz kommen soll. Dabei ist wünschenswert, dass eine möglichst große Anzahl der Maßnahmen ausformuliert und schließlich auch in die Praxis umgesetzt wird. Im Verkehrssicherheitsprogramm 2011-2020 sind derartige Maßnahmen implementiert.

Eine grundlegende Schwierigkeit bei Präventionsmaßnahmen stellt die geforderte Koordination von bewusstseinsbildenden Aktionen und dem Enforcement dar. Ausschlaggebend dafür sind Informations- und Abstimmungsdefizite, die den Koordinierungsprozess erschweren, vorhandenes Wissen und Methoden teils unberücksichtigt lassen und wenig Raum für Feedbackschleifen zur Gestaltung evaluativer Prozesse lassen. Es wird daher empfohlen, zu einem frühestmöglichen Zeitpunkt offen und transparent die Thematik zu diskutieren und die entsprechenden Verantwortlichen ebenso wie die Unterstützer kooperativ einzubinden. Für die Implementierung ganzheitlicher und hochwertiger Maßnahmen ist eine harmonische Abstimmung aller Stakeholder notwendig.

Informationen:
AUVA Report Nr. 57
Ableitung von Maßnahmen zur Erhöhung der Gurtanlegequoten
Ein Forschungsprojekt des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) im Auftrag der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA)
Martin Block, Felicitas Pollak, Andrea Pumberger,
Sebastian Riegler (alphabetisch)

Der Report kann als pdf von www.auva.at/publikationen 
heruntergeladen werden.

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