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Sichere Arbeit

Ausgezeichnete Lastenaufzüge

ERGONOMIE

Beim Umbau einer Wohnung fallen im Durchschnitt 16 Kubikmeter Abbruchmaterial an, 2.000 Kilogramm Baustoffe und 1.100 Kilogramm Fliesen werden verarbeitet. Um diese Mengen ergonomisch und gleichzeitig wirtschaftlich bewegen zu können, hat artbau Zagler spezielle Lastenaufzüge entwickelt. Sie wurden sogar ausgezeichnet!

Die artbau Zagler GmbH im niederösterreichischen Tresdorf wurde 1978 vom Vater des Baumeisters Ing. Martin Zagler gegründet. Im Jahr 2000 fusioniert, ist man heute mit 81 Mitarbeitern vorwiegend mit dem Umbau und der Renovierung von Wohnungen einschließlich Fliesenverlegungsarbeiten beschäftigt. Auftraggeber sind unter anderem Wiener Wohnen, Hausverwaltungen und Privatkunden.

Lastenaufzug für ergonomischen Material- und Schutttransport

Bei einem Wohnungsumbau werden durchschnittlich 16 Kubikmeter Abbruchmaterial und 2.000 Kilogramm Baumaterial bewegt. Ein Fliesenleger verarbeitet pro Wohnung im Schnitt 1.100 Kilo Material. In der Vergangenheit wurden diese Lasten stets manuell in die Wohnung transportiert. Da dies sowohl aus gesundheitlicher als auch aus wirtschaftlicher Sicht für das Unternehmen nicht zufriedenstellend war, bemühte man sich um eine geeignete Lösung.

Nach langem Suchen fand man einen Aufzug, der nach einer entsprechenden Adaptierung den hohen Anforderungen gerecht werden sollte. Danach galt es einen geeigneten Transportbehälter zu entwickeln. Oft bewähren sich die einfachen Dinge des Alltags: Schließlich führte nämlich ein handelsüblicher Wäschekorb zur Lösung - nach dieser Vorlage konstruierte ein Schlosser eine Transportkiste aus Aluminiumblech. Vor der Inbetriebnahme auf Baustellen wurden der umgebaute Aufzug und die Transportkiste laut AM-VO (§9 (1)Z6) von einem Ziviltechniker überprüft.

Zum jetzigen Zeitpunkt hat das Unternehmen fünf derartige Aufzüge in Betrieb, zwei weitere folgen in Kürze. Das Ergebnis der Investition liegt auf der Hand: geringe körperliche Belastung der motivierten Mitarbeiter, kürzere Bauzeiten und zufriedene Kunden (Mieter, Eigentümer) durch geringe Lärm- und Staubbelastungen im Stiegenhaus.

"Das Personal ist unser Kapital"

Im Baumeisterbetrieb artbau Zagler in Tresdorf setzt man auf die Ausbildung der Jugend, um gute Fachkräfte zu gewinnen. Deshalb wurden Initiativen ins Leben gerufen, um Jugendlichen den Lehrberuf Maurer näherzubringen. Geschäftsführerin Sabine Trnka-Heinl leistet dazu mit Präsentationen in Klassen der 9. Schulstufe einen wichtigen Beitrag. Im erfolgreichen Networking mit dem AMS Korneuburg und der Polytechnischen Schule Korneuburg sowie der Landwirtschaftlichen Fachschule in Tulln werden die Schüler bzw. Lehrstellensuchenden informiert und betreut. "Ich beantworte in den Klassen die brennendsten Fragen - zum Beispiel, wie hoch die Lehrlingsentschädigung ist, was man an Qualitäten mitbringen muss oder wie unser Betrieb die Lehrlinge auswählt", erklärt Trnka-Heinl. Unter den Lehrberufen gehört Maurer zu den bestbezahlten, allerdings muss man auch eine große Portion an Genauigkeit, Zuverlässigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen und Ausdauer an den Tag legen. Um unter allen Anwärtern die besten auszuwählen, gibt es bei artbau Zagler zu Beginn einen Test, einige Schnuppertage und auch ein persönliches Gespräch mit den Anwärtern. Die aufgenommenen Lehrlinge erwartet nicht nur eine hochwertige Ausbildungsstelle in der Region, sondern auch ein ganz besonderes Lehrlingsbetreuungsprogramm. So wird etwa mit Lehrbeauftragten gemeinsam für die Berufsschule gelernt. "Neben der wirklich guten Ausbildung gefällt mir das Betriebsklima hier. Immer wieder machen wir auch gemeinsame Ausflüge, zum Beispiel waren wir miteinander in der Fossilienwelt oder Gokartfahren", freut sich ein Mitarbeiter über seine Ausbildungsstelle bei artbau Zagler. Als Erfolg sieht es das Unternehmen, wenn sich Lehrlinge nach Abschluss der Lehrzeit für eine weitere Ausbildung zum Werkmeister/Polier entscheiden. "Wer lernbereit und ehrgeizig ist, dem stehen die Türen bei uns offen, weitere Ausbildungen zu machen", erläutert Sabine Trnka-Heinl. Derzeit befinden sich vier Mitarbeiter in der Lehrlings- und drei in der Polierausbildung. Die stellvertretende Leiterin des AMS Korneuburg schätzt das Engagement von artbau Zagler und wünscht sich mehr Kooperationen wie diese.

Nicht nur den Lehrlingen spendet die Geschäftsführerin von artbau Zagler ihre Zeit. Seit zwei Jahren hält Sabine Trnka-Heinl an zwei Abenden in der Woche nach Dienstschluss - also in ihrer Freizeit - Deutschkurse für ihre fremdsprachigen Mitarbeiter im Büro ab. Dieses Angebot wird besonders geschätzt und zahlreich angenommen. Auch auf der Führungsebene gibt es spezielle Tage, die beitragen sollen, die Zusammenarbeit zu fördern und das Arbeitsklima stetig zu verbessern: An fünf Tagen im Jahr arbeiten die Geschäftsführung wie auch jeder Bauleiter und Baupolier auf der Baustelle mit. So können viele Tätigkeiten am Bau und Arbeitsabläufe besser nachvollzogen und verbessert werden. Der ganz und gar nicht autoritäre Führungsstil Zaglers zwingt seine Mitarbeiter zum aktiven "Mitarbeiten" und schafft so die Voraussetzung, dass seiner Firmenphilosophie Erfolg beschieden ist. Rund 200.000 Euro investierte das Unternehmen im vergangenen Jahr in Kommunikationsworkshops und Schulungen mit dem Schwerpunkt "Kontinuierlicher Verbesserungsprozess", regelmäßig veranstaltet man Gesundheitsaktionen mit Hörtests im Betrieb. Diese haben neben der Verbesserung von Gesundheit und Motivation der MitarbeiterInnen auch einen starken Rückgang der Arbeitsunfälle zur Folge. "Wenn Fehler passieren, wird niemals ein Schuldiger gesucht, sondern die Ursache ergründet und behoben", sagt Helmut Kerschbaum, engagierte Sicherheitsvertrauensperson von artbau Zagler. Hierfür wurde z. B. die grüne Problem-/Ideenkarte entwickelt. Aufgrund der vielen Präventionsmaßnahmen konnte auch die Produktivität bei artbau Zagler um 30 Prozent gesteigert werden. Dass das Unternehmen seit 2005 ISO 9001:2000 und seit 2008 ISO 14001:2004 und ÖNORMEN zertifiziert ist, versteht sich beinahe von selbst.

Spitzenplatz beim Staatspreis Arbeitssicherheit 2011

So viel Engagement wird auch gewürdigt. Beim "Staatspreis Arbeitssicherheit 2011" erzielte artbau Zagler GmbH mit dem Projekt "Materialtransport bei Wohnungsumbauten" einen Spitzenplatz. Aus 24 eingereichten Projekten hatte eine Jury aus maßgeblichen Persönlichkeiten der Interessenvertretungen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern, der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt, der Arbeitswissenschaft und des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz neun Projekte nominiert und schließlich vier Preisträger ausgewählt. Die artbau Zagler GmbH nahm den 3. Platz ein!

Mag. Ariadne Seitz, AUVA
Adalbert-Stifter-Straße 65, 1200 Wien
Tel.: +43 1 331 11-958, Fax: +43 1 331 11-610

Zusammenfassung

Um die körperliche Belastung für die MitarbeiterInnen zu verringern, entschloss sich die Firma artbau Zagler GmbH dazu, einen Aufzug für den Lastentransport zu entwickeln und einzusetzen. Für den sicheren Transport der Materialien war es erforderlich, den Transportkorb durch einen geschlossenen Behälter zu ersetzen. Vor der Inbetriebnahme auf den Baustellen wurden der umgebaute Aufzug und die Transportkiste gemäß der Arbeitsmittelverordnung von einem Ziviltechniker überprüft. Das Ergebnis der Investition sind kürzere Bauzeiten, zufriedene Kunden durch weniger Lärm und Staub im Stiegenhaus und vor allem gesündere Arbeitnehmer, deren Rücken geschont wird, da sie die Lasten nicht mehr tragen müssen. Das Unternehmen legt neben der Gesundheitsförderung auch besonders großen Wert auf die Förderung der Mitarbeiter und investiert in Kommunikationsworkshops und Schulungen.

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