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Sichere Arbeit

Damit Kranmonteure nicht gefährlich leben

Sicherheitsschulung

Verschiedene Arbeiten an Kränen können oft nur direkt am Ausleger in großer Höhe vorgenommen werden. Dies setzt fundiertes Fachwissen ebenso voraus wie Fertigkeiten zur Kameradenrettung. In regelmäßigen Schulungen, wie sie beispielsweise die AUVA-Landesstelle Salzburg jüngst für Kranmonteure der Alpine Bau durchgeführt hat, werden Wissen und Fertigkeiten vertieft.

Das Aufstellen sowie Instandsetzen und Warten von Kränen zählen zu den Aufgaben von Kranmonteuren. Neben den Arbeiten an den elektrischen bzw. elektronischen Bauteilen in meist absturzsicheren Bereichen sind auch Tätigkeiten am Ausleger möglich. Ist es wegen der Bauweise des Krans nicht möglich, diesen abzusenken, müssen die Monteure nach oben, auf den Ausleger hinaus.  Ein vielseitiges Fachwissen und Kenntnisse des Arbeitnehmerschutzes sind für die ordnungsgemäße und sichere Durchführung dieser Arbeiten notwendig. Durch regelmäßige Schulung und Übungen wird dieses Wissen ständig verbessert.

Verschiedene Fabrikate und Typen erfordern unterschiedliche Sicherungsmaßnahmen. In Abhängigkeit von der Bauweise des Krans kann eine mit einem Geländer versehene Plattform vorhanden sein oder auch nicht. Ein bestmöglicher Absturzschutz ist hier durch ein fixes Geländer gegeben. Fehlt eine derartige Plattform oder ist die Arbeitsstelle allein durch das Hinauslehnen bzw. Übersteigen des Geländers erreichbar, bleibt nur die persönliche Schutzausrüstung (PSA) gegen Absturz. Bei der Auswahl der PSA gilt es besonderes Augenmerk auf Ergonomie und Funktionalität zu legen. Es ist absolut notwendig, vorab zu prüfen, ob ein Rückhalte-, Positionierungs- und/oder Auffangsystem benötigt wird! Nur dann können die entsprechenden technischen Spezifikationen und speziellen Anwendungsbereiche der Ausrüstung bei der Auswahl berücksichtigt werden!

Der Sturz in einen Auffanggurt birgt ein erhebliches Verletzungsrisiko, dieser sollte daher die letzte Sicherungsmöglichkeit darstellen. Stürzt eine Person in einen Auffanggurt, dann ist es umso wichtiger, dass die verunfallte Person schnellstmöglich gerettet und auf jeden Fall medizinisch versorgt wird (Gefahr eines sogenannten Hängetraumas innerhalb von 30 Minuten). Selbstverständlich muss im Unglücksfall als Erstes der Notruf abgesetzt werden. Alle vorhandenen Informationen - wer, wie, wo und was - sind dabei weiterzugeben. Je mehr Informationen der Disponent der Notrufzentrale hat, desto effizienter kann er alarmieren. Da die Rettung durch Einsatzkräfte wegen der für Alarmierung und Anfahrt benötigten Zeit unter Umständen nicht schnell genug erfolgen kann, sieht § 8 Abs 7 BauV vor, dass Arbeitnehmer in entsprechenden Rettungsverfahren zur Kameradenbergung zu unterweisen sind. Die Maßnahmen der Kameradenrettung dürfen nicht erst im Unglücksfall geplant werden, sondern sind in der Evaluierung festzulegen. Durch eine Rettungsübung, an der die betroffenen Personengruppen beteiligt sind, aber auch im Zuge regelmäßiger Übungen, bei denen die geplanten Rettungsmaßnahmen schließlich gefestigt werden, lassen sich Schwachstellen und mögliche Probleme vorzeitig erkennen und beseitigen. Eine schnelle und routinierte Rettung gewährleistet nicht nur Sicherheit für den Verunfallten, sondern auch für den Retter: Er darf keinesfalls selbst zum Opfer werden. Die Sicherheit des Retters hat Vorrang gegenüber jener des Verunfallten!

In diesem Sinne war das Hauptthema für die Fortbildung durch die AUVA-Landesstelle Salzburg schnell festgelegt: Arbeiten mit Anseilschutz und Durchführung einer Rettungsübung. Das theoretische Wissen über die gesetzlichen Vorgaben und mögliche Gefährdungen vermittelte Ing. Norbert Hirsch, Landesstelle Salzburg, den Mitarbeitern der Alpine GmbH. Die praktische Ausbildung und die Übung der Rettung einer verunfallten Person führte SFK Robert Klein (p.eng.), fall protection engineering GmbH, Oberalm, durch. "Die Sicherheit der Mitarbeiter hat oberste Priorität. Alpine führt regelmäßige Mitarbeiterschulungen in unterschiedlichen Bereichen durch. Diese Arbeitssicherheitsschulungen wirken: Im Vorjahr konnten die Ausfallstage je Arbeitsunfall um 15 Prozent gesenkt werden", erläutert die zuständige Sicherheitsfachkraft der Alpine Bau GmbH, Nikolaus Bernardi. Er war es auch, der den Unfallverhütungsdienst der Landesstelle Salzburg um Unterstützung bei der Schulung der Kranmonteure ersucht hat. Die Kranmonteure der Firma Alpine Bau GmbH, Niederlassung Salzburg, sind nun noch besser dafür gerüstet, einem Arbeitskollegen im Unglücksfall, der hoffentlich nie eintritt, helfen zu können.

Ing. Norbert Hirsch
AUVA-Landesstelle Salzburg
Unfallverhütungsdienst
Dr.-Franz-Rehrl-Platz 5
5020 Salzburgnor
Tel. +43 662 21 20-4443
www.auva.at 

Zusammenfassung

Unser Sicherheitsverhalten ist in sehr hohem Maß von Kindheitserfahrungen geprägt. Erhöhte Risikobereitschaft, Selbstüberschätzung oder das falsche Beurteilen von Gefahrensituationen sind oft die Folge von Erlebnissen und "Erlerntem" aus den ersten Lebensjahren, entstanden aus den vielfältigsten kindlichen Gefühlen und Motivationen. Die moderne Hirnforschung gibt uns jedoch die Zuversicht, dass wir dank der Plastizität unseres Gehirns zu jeder Zeit in unserem Leben infolge individueller Erfahrungen die Einschränkungen, die wir durch unsere Erfahrungen in der frühen Kindheit erlitten haben, korrigieren können.

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