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Sichere Arbeit

Wie sicher sind unsere Aufzüge?

STATISTIK

Arbeitsunfälle mit Aufzügen und Türen konnten in der Vergangenheit sehr schwer ausfallen. Trotz deutlich verbesserter Sicherheitseinrichtungen werden gegenwärtig noch immer rund 2.000 Unfälle pro Jahr registriert. Sie verlaufen nicht immer glimpflich und verursachen hohe Kosten!

Die Sache war die: In dem Geschäft, in welchem Melitta bedienstet war, war ein kürzlich Angestellter durch einen Fehler in der Aufzugsmaschinerie zum Krüppel geworden. Er hatte nur Aushilfe geleistet, war eigentlich ein herabgekommener Operettensänger und bei der Arbeiterversicherung nicht eingeschrieben, was nicht beachtet worden war. Er beanspruchte Entschädigung, Ersatz der Heilungskosten, die Firma leugnet ihre Haftpflicht, behauptet, der Unfall sei selbstverschuldet, und führt eine Reihe anderer Angestellter als Zeugen auf. Die Leute sind bereit auszusagen, was man von ihnen begehrt, sie zittern ums Brot. Nur Melitta weigert sich. Und gerade sie sollte die Hauptzeugin sein, sie war zur Zeit des Unglücks im Verpackungsraum, dort ist es passiert. Sie weigert sich nicht bloß, für die Firma einzutreten, sie schlägt sich sogar mit Entschiedenheit auf die Gegenseite, will beschwören, dass der Aufzug schon zwei Tage vorher nicht glatt funktioniert hat, dass der Mann weder achtlos noch, wie einige bemerkt haben wollen, angeheitert war, dass er einfach hinaufgerissen worden ist und nach einer halben Sekunde mit zerfleischten Armen und Schultern im Schacht hing."
Textauszug aus "Jakob Wassermann: Der Fall Maurizius, Berlin 1928"

2.000 Arbeitsunfälle pro Jahr registriert

Die AUVA versichert heute weit über drei Millionen Erwerbstätige in Österreich - die bestmögliche Unfallheilbehandlung sowie Entschädigung für seine dauerhafte Minderung der Erwerbsfähigkeit wäre dem Versehrten gewiss. Sollte ein Arbeitgeber so fahrlässig wie im Roman von Jakob Wassermann handeln, wäre es Angelegenheit der AUVA, dies zu klären. Der Mitarbeiter erhielte, abgesehen von der medizinischen Versorgung, jede Hilfe, die er braucht, um sozial und beruflich wieder Fuß fassen zu können. Über 2.000 Mal im Jahr werden bei der AUVA aber auch heute noch Arbeitsunfälle mit Türen, Toren oder Aufzügen gemeldet. Die Opfer werden eingeklemmt oder eingequetscht, prallen dagegen, werden von herabfallenden Gegenständen getroffen oder stürzen im schlimmsten Fall ab.

Aufzugsunfälle sind teure Arbeitsunfälle

2010 verletzten sich in der Folge fast 1.500 Erwerbstätige die Hände oder Arme, 400 Mal war der Kopf und mehr als 200 Mal Mal war Bein oder Fuß betroffen. Insgesamt mussten sie deshalb über 20.000 Tage im Krankenstand verbringen, bei Aufzugsunfällen umfasste die Dauer im Schnitt 19,4 Tage.
Drei Viertel der Unfälle verliefen etwas glimpflicher, bei 332 kam es aber zu Knochenbrüchen, bei 14 zum Verlust von Körperteilen. Die AUVA zahlt zurzeit an 55 Hinterbliebene Renten aus, seit 2000 starben 13 Erwerbstätige aufgrund derartiger Arbeitsunfälle.
Aufzugsunfälle sind im Schnitt auch sehr teure Arbeitsunfälle, ein einziger davon verursacht Kosten von fast 35.000 Euro, einzelne Unfälle können an volkswirtschaftlichen Kosten, Kosten für die Betriebe und Kosten für die AUVA in Summe über eine halbe Million Euro verursachen.

Mag. Beate Mayer
AUVA Hauptstelle, Abteilung für Statistik
Adalbert-Stifter-Straße 65
1200 Wien
Tel.: +43 1 331 11-343

beate.mayer@auva.at

Zusammenfassung

Arbeitsunfälle mit Aufzügen konnten nicht nur in der Vergangenheit schwere Folgen haben. Auch heute noch verunglücken Erwerbstätige bei rund 2.000 Unfällen jährlich mit Aufzügen und Toren mit zum Teil gravierenden gesundheitlichen Folgen. Aufzugsunfälle sind zudem sehr teure Arbeitsunfälle: Im Durchschnitt verursacht jeder Kosten von fast 35.000 Euro.

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