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Sichere Arbeit

Dem Leben eine Wende geben

BURN-OUT-BEHANDLUNG

Mittels gezielter Verhaltensänderung lässt sich bei rechtzeitigem Erkennen Burn-out-Folgen wie beispielsweise Übergewicht, muskulären Spannungszuständen, Stoffwechselerkrankungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen präventiv entgegenwirken. Dies bedarf einer Entscheidung des Betroffenen darüber, dem Gesundheitsverhalten und damit auch dem Leben eine Wende zu geben. In der Klinik Pirawarth wurde ein entsprechendes Behandlungskonzept entwickelt, um die psychischen und physischen Auswirkungen eines bereits entstandenen Burn-out-Syndroms zu behandeln.

In den im niederösterreichischen Bad Pirawarth gelegenen Einrichtungen beschäftigt man sich seit 1998 mit der Rehabilitation neurologischer und orthopädischer Erkrankungen. Die privat geführte Rehabilitationsklinik kann derzeit bis zu 230 Patienten und Gäste beherbergen; deren Betreuung obliegt einem Mitarbeiterstab von rund 350 Fachkräften. Besonderen Wert legt man in der Rehabilitationsklinik auf eine „gehobene Hotelausstattung im 4-Sterne-Ambiente“, in dem sich der Gast wohlfühlen soll, was wiederum den Fortschritt der Wiederherstellung beschleunigen kann.

Die gute Auslastung der Klinik hat das Managament zu einer Erweiterung veranlasst: Im Jänner des heurigen Jahres starteten die Bauarbeiten für ein neues Gebäude, in dem nach Fertigstellung 60 zusätzliche Einzelzimmer, weitere Therapie- und Arztuntersuchungsräume sowie neue Pflegestützpunkte und Verwaltungsräume zur Verfügung stehen werden.

Im Rahmen der neurologischen Rehabilitation behandeln die Spezialisten in Bad Pirawarth nicht nur „klassische“ neurologische Krankheitsbilder wie etwa Gefäßerkrankungen (Schlaganfall, Gehirnblutung), Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Verletzungsfolgen von Gehirn und Rückenmark, Erkrankungen des peripheren Nervensystems etc., sondern auch neuro-psychiatrische Erkrankungen wie Depression oder das Burn-out-Syndrom.

Prävention, damit es keiner Rehabilitation bedarf

Es lag daher nahe, diese Erfahrungen zu nützen und im Bereich Burn-out auch den wichtigen Schritt von der Rehabilitation hin zur Burn-out-Prävention zu gehen. Dieser wurde 2006 mit der Eröffnung des Kurhotels Pirawarth vollzogen. Das Kurhotel liegt im alten Kurpark der Weinviertler Gemeinde in unmittelbarer Nähe der Rehabilitationsklinik. Seinen Schwerpunkt definiert Hoteldirektor Hans Günter Loher so: „Wir widmen uns schwerpunktmäßig der Behandlung von Zivilisationserkrankungen, die durch Bewegungsmangel, Übergewicht und übermäßigen Stress verursacht sind. Prävention steht in unserem Hotel unter dem Motto Vorbeugung in einem liebevoll gestalteten Ambiente.“

Die Prävention setzt sich aus einem für jeden Patienten individuell gestalteten ganzheitlichen Programm zusammen, das den Überbegriff „Pirafit“ trägt. Bausteine dieses Pakets sind je nach Schwerpunkt wissenschaftlich evaluierte Ernährungsmethoden (Stichwort „Schlank ohne Diät“) und die „Körper/Verhaltenstherapie“. Letztere ist aus mehreren Komponenten zusammengestellt, beispielsweise Schulungen zur besseren Stressbewältigung, ärztlicher, psychologischer und körperpsychotherapeutischer Begleitung, Entspannungsverfahren, Förderung der Kreativität, sportwissenschaftlicher Betreuung oder aber auch Schaukochen. Weiterhin gibt es auch die Möglichkeit zu Ayurvedabehandlungen oder WATSU – Wassershiatsu.

In den Einzeltherapien kommen schwerpunktmäßig zwei Verfahren zum Einsatz: Radix und Funktionale Analyse. „Radix“ (lateinisch für Wurzel, Quelle) ist eine von Charles R. Kelley entwickelte körperorientierte Psychotherapie, die Zugang zu sonst schwer behandelbaren Problemen finden soll. Unter Körperpsychotherapie verstehen die Fachleute bekanntlich eine Psychotherapie, die den Menschen in seiner Ganzheit  – sowohl körperlich als auch seelisch und spirituell – in den Mittelpunkt stellt. Das zweite Verfahren ist die von Will Davis entwickelte Funktionale Analyse. Hierbei handelt es sich um eine sanfte, fokussierte Therapie mit therapeutischem Gespräch und körperlicher Berührung zur Tiefenentspannung.

Burn-out-Prävention am Beispiel der Selbstständigen

Dass Burn-out-Prävention durchaus auch in „kleinen“ Dosen zum gewünschten Ergebnis führt, zeigt man im Kurhotel Bad Pirawarth gerne am Beispiel des gemeinsam mit der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft umgesetzen Burn-out-Präventionsprojektes auf, das „berufsbegleitend“ in Anspruch genommen werden kann, die Betroffenen also möglichst wenig Zeit kostet: Am Beginn steht eine Gesundheits- und Präventionswoche Burn-out. „In dieser Woche stehen Sport, Bewegung, Entspannung, Stressbewältigung, Ernährung und Körperverhaltenstherapie im Mittelpunkt“, erläutert dazu die Leiterin der psychosomatischen Rehabilitation im Kurhotel Bad Pirawarth, Dr. Regina Hochmair MSc. Der Gesundheits- und Präventionswoche Burn-out folgen zwei Auffrischungskurse im Abstand von jeweils einem halben Jahr. „Bei diesen sogenannten Refreshern, die jeweils eine halbe Woche dauern, geht es darum, das Gelernte wieder in Erinnerung zu rufen und die Teilnehmer und Teilnehmerinnen neu zu motivieren“, führt Dr. Hochmair, eine auf psychosomatische und psychotherapeutische Medizin spezialisierte Allgemeinmedizinerin, aus.

Die Kosten für diese Burn-out-Prävention trägt die SVA, Voraussetzung ist eine Vorsorgeuntersuchung, die nicht mehr als ein Jahr zurückliegt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen lediglich einen geringen Tagessatz – abhängig vom jeweiligen Einkommen – zuzahlen. Man begründet dieses Präventionsprogramm damit, dass insbesondere Unternehmer und Unternehmerinnen in Klein- und Kleinstbetrieben zu einer besonderen Risikogruppe für Burn-out-Syndrome zählen. Überdurchschnittlicher persönlicher Einsatz und Engagement, oft jahrelanges Arbeiten an der Belastungsgrenze ohne Entspannungsphasen und oftmals unter Hintanstellen von privaten Interessen sind vielfach der Hintergrund von Burn-out-Patienten. Werden diese dann noch zusätzlich mit unvorhergesehenen beruflichen oder privaten Ereignissen belastet, kann das zu schwerwiegenden psychischen, aber auch physischen Auswirkungen führen. Und diese Folgen sind nur mit hohem Aufwand zu therapieren und rehabilitieren.

Im Mittelpunkt der Rehabilitation steht die Verhaltensänderung

Wenn körperliche Symptome wie häufige Kopf- und Rückenschmerzen, Schwindel, Blutdruckinstabilität, Infektanfälligkeit, Allergien, sexuelle Störungen, Magen- und Verdauungsbeschwerden überhandnehmen, wenn Schlafstörungen, die als wichtigstes Alarmsignal für Burn-out gelten, chronisch werden oder aber auch psychische Beschwerden (Angst, Langeweile, zynische Grundhaltung, Unausgeglichenheit) verstärkt zu beobachten sind, kann bereits eine Rehabilitation von Burn-out notwendig werden.

Oftmals gestaltet es sich auch heute noch als schwierig, ein Burn-out-Syndrom überhaupt zu diagnostizieren. „Bei Hausärzten stellen wir Bemühungen fest, nicht nur die Folgen von Beschwerden zu lindern, sondern auch verstärkt deren Ursachen zu hinterfragen. Denn nur so kann es gelingen, einem Burn-out-Syndrom auf die Spur zu kommen“, führt Dr. Hochmair aus. „Insbesondere bei Männern wird Burn-out oft auch noch als eine Art Tapferkeitsmedaille angesehen. Man kann beweisen, wie fleißig und zielstrebig man im Beruf ist, und vergisst dabei, dass Stress vielfältige negative psychische und physische Folgen haben kann. Frauen hingegen gestehen leichter ein, dass sie beruflich zu stark belastet oder überlastet sind und sich psychische und physische Folgen zeigen.“

So vielfältig die Ausprägungen des Burn-out-Syndroms aufgrund unterschiedlichster Symptome sind, so einheitlich ist vom Grundsatz her die Rehabilitation von Burn-out-Symptomen. „Es geht uns darum, den einzelnen Menschen zu einer Verhaltensänderung zu bewegen. Es geht um Aufmerksamkeitslenkung hin zu neuen Anreizen und um Selbstwertwiederfindung. Veränderung erfordert immer eine Anpassungsleistung – sowohl physisch als auch psychisch und mental“, erklärt Dr. Hochmair. Es geht darum, „dem Leben eine Wende zu geben“, wie das Motto der Pirafitangebote lautet.

Die Wege, die dann letztlich zur Rehabilitation und zur notwendigen Verhaltensänderung führen, sind vielfältig und müssen, wie oben erwähnt, natürlich individuell an den jeweiligen Patienten angepasst werden. Das Therapieprogramm dauert in der Klinik Pirawarth üblicherweise drei Wochen. Grundlage bilden Fragebögen, die der Patient bei seiner Ankunft ausfüllt, und entsprechende Gespräche mit den behandelnden Spezialisten. Der Mensch steht im Mittelpunkt der Burn-out-Rehabilitation. Sehr wesentlich ist auch die Miteinbeziehung des stressfördernden Arbeitsumfeldes. Das Augenmerk liegt darauf, dem Menschen Wege aufzuzeigen, wie er in diesem Umfeld mit sich selbst gesünder umgehen kann. 

Wolfgang Hawlik
Allgemeine Unfallversicherungsanstalt
Abteilung Sicherheitsmarketing und Presse
Adalbert-Stifter-Straße 65, 1200 Wien
Tel.: +43 1 331 11-253
E-Mail:
wolfgang.hawlik@auva.at

Zusammenfassung

"Dem Leben eine Wende geben" - unter diesem Motto hat man in Bad Pirawarth Behandlungskonzepte entwickelt, um Burn-out-Folgen präventiv entgegenzuwirken und psychische wie physische Auswirkungen eines bereits entstandenen Burn-out-Syndroms zu behandeln. Wichtigster Ansatzpunkt der Burn-out-Prävention und Burn-out-Rehabilitation ist eine bewusste Verhaltensänderung des Betroffenen hin zu einem gesünderen Leben.

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