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AUVA Packen wir’s an!

Austrian Health Day 2022 Virtueller Gesundheitstag für mehr Gesundheit in Betrieben

Homeoffice und Muskel-Skelett-Erkrankungen waren Schwerpunkte beim virtuellen Gesundheitstag für Unternehmen.
Gruppenbild aller Mitwirkenden des Austrian Health Day 2022
Richard Reichhart

Immer mehr Arbeitgeber:innen sehen in Maßnahmen, die die Gesundheit ihrer Mitarbeiter:innen fördern, eine Chance. Zu dieser Entwicklung möchte Günther Matzinger, Triathlet und mehrfacher Goldmedaillengewinner bei den Paralympics, beitragen. „Ich versuche, Gesundheit in die Betriebe zu bringen“, so der ehemalige Spitzensportler, der dieses Ziel auch als Initiator des Austrian Health Day verfolgt. Der in diesem Jahr von der AUVA unterstützte Online-Gesundheitsevent fand am 7. April 2022 in Bad Häring in Tirol statt. Insgesamt waren Mitarbeiter:innen aus 388 Unternehmen virtuell dabei, die Teilnahme für österreichische Betriebe war kostenlos. Matzinger, der nach Beendigung seiner Karriere als Profisportler die Gesundheitsplattform „Windhund GmbH“ gegründet hatte, betonte beim Austrian Health Day die Vorteile einer gesundheitsfördernden und ergonomischen Gestaltung von Arbeitsplätzen: „Jede:r arbeitet lieber in einem Unternehmen, das auf die Gesundheit seiner Mitarbeiter:innen achtet. Man bekommt so leichter gute Leute und kann sie auch halten. Gesunde Mitarbeiter:innen sind außerdem leistungsfähiger.“

Jede:r arbeitet lieber in einem Unternehmen, das auf die Gesundheit seiner Mitarbeiter:innen achtet.

Günther Matzinger

Der Fokus des Austrian Health Day 2022 lag auf dem Thema Gesundheit im Homeoffice und Vermeidung von Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE). Um MSE dreht sich auch der aktuelle AUVA-Präventionsschwerpunkt 2021/22 „Packen wir’s an“. „Für die AUVA als Träger der sozialen Unfallversicherung zählen die Verhütung von Arbeitsunfällen und die Vorbeugung von Berufskrankheiten wie chronischen Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparats zu den Kernaufgaben“, so DI Mario Watz, Obmann der AUVA. In ihren Vorträgen gaben Experten:Expertinnen und ehemalige Leistungssportler am Austrian Health Day konkrete Tipps, wie sich Ausgleichsübungen und Erholungsphasen in den beruflichen Alltag integrieren lassen.

Regeneration im Schlaf

Den Anfang machte Dr. Lutz Graumann, Sportmediziner mit den Zusatzqualifikationen Ernährungsmedizin und manuelle Therapie. Aus seinen Erfahrungen als medizinischer Betreuer des Deutschen Eishockey-Bunds leitete er Anregungen zur Regeneration für den Berufsalltag ab. „Es ist unglaublich, wie viele ältere Athleten:Athletinnen über 40 Jahren sich noch an der Weltspitze tummeln. Was machen die anders? Sie versuchen, an normalen Trainingstagen neun Stunden zu schlafen. Während der Vorbereitung auf Wettkämpfe schlafen sie auch schon einmal zehneinhalb Stunden“, unterstrich Graumann die Notwendigkeit von genügend Schlaf.

Im Gegensatz dazu schlafe der Großteil der Bevölkerung zu wenig, so der Sportmediziner. Laut einer Studie versuchen 52 Prozent der Deutschen, mit weniger als den für die Erholung unbedingt nötigen sechs Stunden Schlaf auszukommen. Ausreichend langer und tiefer Schlaf hilft gegen Entzündungen, fördert die Entgiftung des Körpers, sorgt für die Speicherung von Inhalten aus dem Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis und beugt der Entstehung von Demenzerkrankungen vor. Die Produktion von Wachstums- und Sexualhormonen findet vor allem im Tiefschlaf statt. Die Qualität des Schlafs wird laut Graumann vor allem durch drei „Schlafräuber“ vermindert: Kaffee und Energy-Drinks enthalten Koffein, das die Adenosin-Rezeptoren im Gehirn stundenlang blockiert, wodurch Müdigkeit verhindert wird. Am Abend genossener Alkohol ist ebenfalls ein Problem. Die Entgiftungskurve sinkt nur langsam ab, was die physische Regeneration beeinträchtigt, weil der erholsame Tiefschlaf gestört wird. Computer- bzw. Handynutzung kurz vor dem Schlafengehen unterdrückt durch den hohen Blaulichtanteil der Display-Beleuchtung die Ausschüttung des Botenstoffs Melatonin, der den Schlaf einleitet.

Im Schlafzimmer sollte es dunkel und leise sein, gute Luft ist ebenfalls wichtig. „Man kann sich eine Schlafmaske zulegen, Ohrenstöpsel nehmen und in einen Luftreiniger investieren“, riet Graumann zur Verbesserung ungünstiger Umgebungsfaktoren. Der richtige Schlafanzug als „Funktionsbekleidung“ für die Nacht sorgt für eine angenehme Körpertemperatur. Macht sich Müdigkeit tagsüber bemerkbar, lässt sich mit einem „Power-Nap“ am frühen Nachmittag das Leistungstief abfangen.

Belastungs- und Erholungsphasen

Auf die Bedeutung der Erholung vor allem bei hohen Belastungen, nicht nur im Spitzensport, sondern auch im Arbeitsalltag, wies Dominik Landertinger hin. Er zählt mit insgesamt neun Medaillen bei Olympischen Winterspielen und Weltmeisterschaften zu den erfolgreichsten Biathleten Österreichs und hat sich nach Beendigung seiner Leistungssport-Karriere mit seiner Firma „Dominik Landertinger Performance“ im Bereich Trainingsplanung, Leistungsdiagnostik und Coaching selbstständig gemacht. „Man muss aufpassen, dass der Druck nicht dauerhaft wird und man auch Erholungsphasen hat“, so Landertinger.

Günther Matzinger ist mehrfacher Goldmedaillengewinner bei den Paralympics und Initiator des Austrian Health Day.
Günther Matzinger ist mehrfacher Goldmedaillengewinner bei den Paralympics und Initiator des Austrian Health Day. R.Reichhart
Yoga-Profi Sara Lyn Chana sitzt im Lotussitz im freien auf einer Matte
Das Livestream-Event im Zeichen der Gesundheit startete mit einer Einheit von Yoga-Profi Sara Lyn Chana. R.Reichhart
Sportmediziner Dr. Lutz Graumann erklärte, wie eine optimierte Regeneration dabei hilft, körperlich und geistig leistungsfähiger zu werden.
Sportmediziner Dr. Lutz Graumann erklärte, wie eine optimierte Regeneration dabei hilft, körperlich und geistig leistungsfähiger zu werden. R.Reichhart

Einer der häufigsten Fehler, der viel Stress verursacht, ist für Landertinger der Verzicht auf regelmäßige Pausen. Insbesondere im Homeoffice würden Beschäftigte häufig auf die Erholung vergessen: „Im Homeoffice vermischt sich das Privatleben mit der Arbeit, da braucht man viel Disziplin. Die Konsequenz ist ein wichtiger Faktor: Ich halte auch zu Hause fixe Arbeitszeiten ein, danach gehe ich ins Privatleben.“

Ergonomie im Homeoffice

Das Thema Homeoffice sprach auch Mag. Alexander Bernart, Generaldirektor der AUVA, in seinem Eröffnungsstatement an. Wie groß der Einfluss von ergonomischen Arbeitsplätzen, Bewegung und regelmäßigen Pausen auf unsere Gesundheit sei, habe uns die rasche Ausbreitung des Homeoffice in den letzten beiden Jahren deutlich vor Augen geführt. „Langes Sitzen, eine falsche Haltung oder zu viel Stress können Gesundheitsprobleme wie Muskel-Skelett-Erkrankungen auslösen oder verstärken. Unsere aktuelle Präventions-Initiative ‚Packen wir’s an!‘ setzt genau hier an. Der Austrian Health Day bietet uns die Möglichkeit, sehr viele Arbeitnehmer:innen mit Tipps für ihre Gesundheit am Arbeitsplatz zu erreichen“, so Bernart. MSE sind in Europa das häufigste arbeitsbedingte Gesundheitsproblem und verursachen oft lange Krankenstände.

Wie das „perfekte Homeoffice“ aussehen sollte, beschrieb die Sportwissenschafterin Mag. Julia Lebersorg-Likar, fachkundiges Organ Ergonomie in der AUVA-Hauptstelle. Zur Unterstützung der sitzenden Arbeitshaltung sei der passende Bürodrehsessel unerlässlich, auf dem man auch richtig sitzen und dessen Einstellungen man dementsprechend anpassen müsse: „Die Füße stehen flach am Boden, die Oberschenkel liegen vollflächig auf der Sitzfläche auf, zwischen Sitzflächenkante und Kniekehlen sind zwei Fingerbreit Abstand. Um das Aufrichten des Oberkörpers zu unterstützen, stellt man die Rückenlehne so ein, dass sich die Vorwölbung im Bereich der Lendenwirbelsäule befindet.“ Verfügt der Sessel über Armlehnen, ist deren Höhe so zu wählen, dass sie nicht an die Tischplatte stoßen und man nahe genug an die Tastatur herankommt.

Beim Bedienen der Tastatur sollte sich das Handgelenk auf Höhe des Ellbogens befinden. Da man im Homeoffice meist über keinen höhenverstellbaren Tisch verfügt, muss man im Bedarfsfall den Sessel höher stellen und eine Fußstütze verwenden – bzw. eine improvisierte Erhöhung, z. B. eine Styroporplatte. Auch wenn man auf einem Notebook arbeitet, ist eine vom Bildschirm getrennte Tastatur notwendig und zu empfehlen. Nur wenn Bildschirm und Tastatur voneinander getrennt einstellbar sind, sind eine optimale Sehdistanz von etwa einer Armlänge und eine günstige Armhaltung möglich. Mit einem höhenverstellbaren Notebookständer lässt sich das Gerät so platzieren, dass die oberste Informationszeile bei leicht zurückgeneigtem Bildschirm auf Augenhöhe oder leicht darunter liegt.

Die Tastatur steht dann in der richtigen Entfernung vom Körper, wenn man das Handgelenk ablegen kann und der Oberarm auf Oberkörperhöhe bleibt. Damit verhindert man eine statische Muskelbelastung, die Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich verursacht. Um sich die Haltearbeit zu ersparen, sollte man auch beim Bedienen der Maus Handgelenk und Handballen nicht abheben. „Die Verwendung eines Mousepads hat den Vorteil, dass es klar begrenzt, wo man die Maus bedient“, so Lebersorg-Likar. Man tendiere über den Tag hinweg dazu, mit Maus und Hand zu weit nach vorn oder zur Seite zu wandern und komme damit in eine ungünstige Arbeitshaltung. Auch bei einem gut eingestellten Arbeitsplatz ist das Risiko hoch, dass man nach acht Stunden Sitzen Beschwerden bekommt, gab Lebersorg-Likar zu bedenken: „Es geht darum, die Arbeitshaltung zu verändern, Sitzen, Stehen und Gehen zu kombinieren. Sitzen ist ideal für Tätigkeiten, bei denen man sich stark konzentrieren muss. Beim Checken von E-Mails, beim Recherchieren und bei Videocalls kann man stehen, das reduziert das Risiko für Nacken- und Rückenbeschwerden.“ Telefonate lassen sich im Gehen erledigen.

Martin Wölfl, Austrian Brewer Champion vom „Öfferl“, zeigte, wie man den perfekten Kaffee fürs Homeoffice zubereitet. Janine Flock, Vize-Weltmeisterin im Skeleton, schaute ihm dabei über die Schulter.
Martin Wölfl, Austrian Brewer Champion vom „Öfferl“, zeigte, wie man den perfekten Kaffee fürs Homeoffice zubereitet. Janine Flock, Vize-Weltmeisterin im Skeleton, schaute ihm dabei über die Schulter. R.Reichhart
Marc Gassert zeigte in seinem Vortrag, warum Durchhalten belohnt wird und wie man auch in schwierigen Situationen motiviert bleibt. Er hält eine Wasserflasche
Marc Gassert zeigte in seinem Vortrag, warum Durchhalten belohnt wird und wie man auch in schwierigen Situationen motiviert bleibt. R.Reichhart
Mag. Julia Lebersorg-Likar (AUVA), Sportwissenschafterin und Ergonomie-Expertin, erklärt, wie man sich das Homeoffice richtig einrichtet, um Rückenschmerzen & Co vorzubeugen. Zu sehen ist ein Bürostuhl und ein Schreibtisch. Dahinter Schautafeln mit verschiedenen Haltungen.
Mag. Julia Lebersorg-Likar (AUVA), Sportwissenschafterin und Ergonomie-Expertin, erklärt, wie man sich das Homeoffice richtig einrichtet, um Rückenschmerzen & Co vorzubeugen. R.Reichhart

Ein gesunder Rücken

Für einen häufigen Wechsel der Arbeitsposition – zwei- bis viermal pro Stunde – plädierte auch Mag. Roland Stegmüller, der nach Beendigung seiner Spitzensportkarriere im Judo Sport- und Bewegungswissenschaften studiert hat: „Egal, wie Sie sitzen, wenn Sie lange in derselben Position bleiben, werden Sie Verspannungen haben.“ Er empfahl, immer wieder auch dynamische Sitzgelegenheiten, etwa einen Gymnastikball oder ein aufblasbares Sitzkissen, zu verwenden oder im Stehen zu arbeiten.

Für einen gesunden Rücken sollten auch Bewegungspausen in den Alltag eingebaut werden. Da die Bandscheiben keine Blutgefäße besitzen, müssen sie vom umliegenden Gewebe mit Nährstoffen versorgt werden – und das funktioniert bei Bewegung nach dem „Schwammprinzip“: Bei Belastung werden die Bandscheiben zusammengepresst, bei Entlastung saugen sie frische Nährflüssigkeit auf. Darüber hinaus hilft Bewegung, Muskelverspannungen vorzubeugen.

Nicht nur Bewegungs-, auch Entspannungspausen sollten täglich auf dem Programm stehen. „70 Prozent aller Rückenbeschwerden treten unter hoher Stressbelastung auf, da Bindegewebe und Muskulatur unter Stress zu Verspannungen neigen, vor allem im Bereich des unteren Rückens“, begründete Stegmüller die Notwendigkeit, auch geistig zur Ruhe zu kommen. Das kann durch Meditation, progressive Muskelentspannung, autogenes Training, Spazierengehen oder Laufen gelingen.

Nicht was man gegen Rückenschmerzen unternimmt, sondern dass man überhaupt aktiv wird, sieht Stegmüller als das Entscheidende: „Viele Menschen tun nichts aus Angst, etwas falsch zu machen, dabei ist das Falscheste, nichts zu machen. In weniger als einem von zehn Fällen chronischer Rückenbeschwerden liegt ein strukturelles Problem wie ein Bandscheibenvorfall vor. In neun Fällen sprechen wir von unspezifischen Rückenschmerzen, großteils durch Verspannungen.“

Dr. Isabel Kaufmann (AUVA) im Talk „Psyche und Körper“ mit Moderator Stefan Steinacher (re.) und dem ehemaligen Weltklasse-Biathleten Dominik Landertinger (li.)
Dr. Isabel Kaufmann (AUVA) im Talk „Psyche und Körper“ mit Moderator Stefan Steinacher (re.) und dem ehemaligen Weltklasse-Biathleten Dominik Landertinger (li.) R.Reichhart
Profi-Koch Didi Maier zauberte gemeinsam mit der österreichischen Biathletin und ehemaligen Skilangläuferin Lisa Hauser ein gesundes Mittagessen auf den Tisch.
Profi-Koch Didi Maier zauberte gemeinsam mit der österreichischen Biathletin und ehemaligen Skilangläuferin Lisa Hauser ein gesundes Mittagessen auf den Tisch. R.Reichhart
Ex-Profi-Judoka und Sportwissenschafter Mag. Roland Stegmüller (li.) zeigte mit seinem Kollegen Mag. Alexander Schaar von „Outworx“, wie man den Rücken mit einfachen Übungen im Alltag stärkt.
Ex-Profi-Judoka und Sportwissenschafter Mag. Roland Stegmüller (li.) zeigte mit seinem Kollegen Mag. Alexander Schaar von „Outworx“, wie man den Rücken mit einfachen Übungen im Alltag stärkt. R.Reichhart

Psyche und Körper

Unspezifische Rückenschmerzen sind für die Arbeits- und Allgemeinmedizinerin Dr. Isabel Kaufmann von der AUVA-Hauptstelle ein Alarmsignal dafür, dass der:die Betroffene dauerhaft einem zu hohen Stresslevel ausgesetzt ist. Halten die Beschwerden länger als drei Monate an, spricht man von chronischen Schmerzen. Da die Beschwerden erst nach einiger Zeit auftreten, wird der Zusammenhang mit der psychischen Belastung oft nicht erkannt.

Arbeitsorganisatorische und psychosoziale Faktoren tragen zur Verhinderung bzw. zur Entstehung von chronischen Schmerzen bei. „Wichtig ist, dass man einen Handlungsspielraum hat. Ich bin auf meinem Arbeitsplatz Expertin und möchte mich auch einbringen können, z. B. bei der Gestaltung von Arbeitsabläufen“, nannte Kaufmann ein Beispiel. Unklare Arbeitsaufträge können dazu führen, dass einzelne Arbeitnehmer:innen eine Fülle von Aufgaben übernehmen, damit überfordert sind, sich ausgenutzt fühlen und somit auch das Arbeitsklima leidet. Kaufmann sieht hier den:die Arbeitgeber:in gefordert: „Wir von der AUVA plädieren dafür, dass man bei der Arbeitsplatzevaluierung nicht nur auf die physischen, sondern auch auf die psychischen Belastungen schaut, dass man Führungskräfte und Mitarbeiter:innen dafür sensibilisiert und Maßnahmen gesetzt werden.“ Beschäftigte, die mit psychischer Überlastung konfrontiert sind, sollten ihre Ansprechpartner:innen im Betrieb kennen, etwa Arbeitsmediziner:innen, Arbeitspsychologen:-psychologinnen, Sicherheitsvertrauenspersonen oder Angehörige des Betriebsrats.

Antriebsenergie

Auf Menschen Leistungsdruck auszuüben, hält Marc Gassert für keine gute Idee. Der Vortragsredner, Trainer und Buchautor, der sich auf den Wissenstransfer zwischen fernöstlicher und westlicher Kultur spezialisiert hat, stellte in seinem Referat drei Arten von Antriebsenergie vor. Biologische Antriebsenergie erhalte man durch Druck von außen, allerdings werde der Körper dabei mit Stresshormonen geflutet. Antriebssteigerung ohne negative Auswirkungen entsteht, wenn sich Aktion und Entspannung im Gleichgewicht befinden.

Wertebasierter Antrieb motiviert Menschen dazu, sogar schwierige Dinge gern zu tun – ein Effekt, den man sich auch am Arbeitsplatz zunutze machen kann. „In vielen Unternehmen gibt es einen Wertekompass, ein Mission Statement, man versucht, die Mitarbeiter:innen mit hineinzunehmen. Man erreicht dadurch Solidarität, Leistungsbereitschaft und Loyalität – aber der:die Chef:in muss das auch vorleben, dann erhält man ein Dream-Team“, sprach sich Gassert für mehr Authentizität aus.

Die dritte Art, die Antriebsenergie zu steigern, ist Willenskraft, die sich trainieren lässt. Das kann durch körperliche Übungen geschehen, bei denen man über seine Grenzen hinausgeht, oder durch geistiges Training, etwa Meditation oder Atemübungen. Disziplin auf der Basis von Willenskraft stellt für Gassert vor allem in schwierigen Situationen den Schlüssel zum Erfolg dar: „Disziplin ist das, was du brauchst, wenn die Motivation schon lang weg ist. Nicht das Anfangen, sondern das Durchhalten wird belohnt.“

Zusammenfassung

Am Austrian Health Day, einem von der AUVA unterstützten Online-Gesundheitsevent, standen Homeoffice und Muskel-Skelett-Erkrankungen im Fokus. Experten:Expertinnen und ehemalige Leistungssportler referierten über körperliche und psychische Belastungen, Ergonomie im Homeoffice, Regeneration und Entspannung sowie Möglichkeiten, die Antriebsenergie zu steigern. 


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