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Good Practice

Sicher unterwegs

Im Bereich des Arbeitnehmer:innenschutzes kommt dem Grazer Familienbetrieb Glettler Transport GmbH eine Vorreiterrolle zu. Das Unternehmen nimmt die Unterstützung durch AUVAsicher bei der Umsetzung von Maßnahmen in den Bereichen Ergonomie, Ernährung, Fahrzeugsicherheit und psychische Belastungen schon seit Jahren regelmäßig in Anspruch.
eine Frau und ein Mann stehen vor einigen LKWs beieinander
© R. Pexa

Die besondere Herausforderung bei gesundheitsfördernden Maßnahmen im Arbeitsumfeld eines Transportunternehmens liegt darin, dass jeder Lkw als ortsunabhängiger Arbeitsplatz zu betrachten und zu evaluieren ist. Wie das gelingen kann, zeigt der Grazer Familienbetrieb Glettler Transport GmbH von Martha und Markus Glettler vor – unter anderem durch die Anschaffung von Gesundheitssitzen, mit denen das Unternehmen seine Mitarbeiter:innen in den Bereichen Ergonomie, Sicherheit und Komfort unterstützt.

Im Jahr 2022 griff die Geschäftsführung diese Idee von Ing. Herwig Schaffer, Sicherheitsfachkraft und Vertragspartner von AUVAsicher, auf. „Eine Firma, die Anregungen aufnimmt, Zeit und Geld in die Arbeitssicherheit investiert, ist das Beste, das einem Berater passieren kann“, freut sich Schaffer. „Wenn wir neue Lkw kaufen, bestellen wir grundsätzlich die hochwertigsten Sitze der jeweiligen Baureihe. Bei bestimmten Erkrankungen des Stützapparats helfen spezielle Gesundheitssitze, um die Gesundheit möglichst zu erhalten. Wir haben unsere Lkw-Fahrer:innen darüber informiert, dass die Möglichkeit besteht, über den Versicherungsträger einen Kostenzuschuss zu beantragen“, erklärt Martha Glettler.

Ernährung und Bewegung

Die Tochter des Ehepaares Glettler widmete sich bei ihrer vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA) im Gymnasium dem Thema „Gesunde Ernährung von Lkw-Fahrern:-Fahrerinnen“. Durch ihre Befragungen und Erhebungen in den Bereichen Essgewohnheiten, Bewegung, Gewichtsreduktion und Stressbewältigung konnte sie neue Erkenntnisse für das Unternehmen gewinnen.

So sind Lkw-Fahrer:innen beispielsweise mit der Tatsache konfrontiert, nicht – wie man es normalerweise gewohnt ist – überall Verpflegungsmöglichkeiten zur Verfügung zu haben. Die besonderen Fahrzeuglängen von Lkw machen das Zufahren auf die meisten Parkplätze von Supermärkten und Gaststätten unmöglich. Häufig bleiben als Alternativen nur Tankstellenshops, Raststätten oder die selbst mitgebrachte Jause. „Die VWA hat zur Bewusstseinsbildung bei den Fahrern:Fahrerinnen beigetragen und so manchen:manche Kollegen:Kollegin zum Umdenken bewegt“, so Markus Glettler.

ein Mann sitzt in einem LKW und lächelt bei geöffneter Türe heraus
Für Mitarbeiter:innen mit Erkrankungen des Stützapparats hat die Glettler Transport GmbH spezielle Gesundheitssitze angeschafft. Linke Seite: Martha und Markus Glettler von der Glettler Transport GmbH © R. Pexa

„Der Informationsaustausch mit AUVAsicher zu diesem komplexen Themenbereich war und ist uns sehr wichtig. Der Straßenverkehr fordert Fahrer:innen über viele Stunden geistig und körperlich. Sehr gerne geben wir z. B. die von der AUVA empfohlenen acht Lockerungsübungen für lange Autofahrten an unsere Mitarbeiter:innen weiter“, erklärt Martha Glettler. Einige Fahrer:innen nutzen die Pausen bereits für körperliche Betätigung und gehen zwischendurch laufen oder haben ihr Fahrrad in den Lkw geladen, um damit eine Runde zu drehen.

Psychische Belastungen

Zur Evaluierung der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz erstellten Martha und Markus Glettler einen eigenen Erhebungsbogen, in dem den Mitarbeitern:Mitarbeiterinnen durch offene Fragestellungen die Möglichkeit geboten wurde, unterschiedliche Belastungssituationen auch in ihrer eigenen Muttersprache schriftlich anzuführen. Aufgrund der Antworten konnte das Unternehmen unterstützende Maßnahmen setzen und gezielt reagieren. „Oftmals sind für Außenstehende harmlos erscheinende Einzelsituationen für die Betroffenen eine enorme psychische Belastung“, sagt Markus Glettler.

Die schriftliche Befragung wurde heuer durch eine mündliche ergänzt. Helge Zauhar, der als Sicherheitsvertrauensperson im Unternehmen tätig ist und für die Befragung Fahrer:innen im Lkw begleitet, erzählt: „Man merkt, dass die Fahrer:innen bei dem, was sie tun, kompetent sind und Verantwortung übernehmen.“ Die Antworten werden anonym ausgewertet, auf ihrer Basis sind 2024 weitere Verbesserungsmaßnahmen geplant.

zwei Männer sitzen in einem Büro beieinander und besprechen etwas
Helge Zauhar, Sicherheitsvertrauensperson bei Glettler, und Herwig Schaffer, Sicherheitsfachkraft und Vertragspartner von AUVAsicher © R. Pexa

Sicherheit im Straßenverkehr

Die Sicherheit im Straßenverkehr ist dem Ehepaar Martha und Markus Glettler ein großes Anliegen, auch zum Schutz anderer Verkehrsteilnehmer:innen, Selbst- und Fremdschutz werden laufend evaluiert. Zum Selbstschutz investiert das Unternehmen in hochwertige persönliche Schutzausrüstung. In den Lkw sind, je nach Fahrzeuggeneration, unterschiedliche Assistenzsysteme eingebaut, beispielsweise Totwinkelassistenten, oder zusätzliche Spiegel und Abstandshalter.

Am stehenden Fahrzeug kann es ebenfalls zu Unfällen kommen, die sich vermeiden lassen. „Die Lkw sind mit neuen Arbeitsscheinwerfern, einer hochwertigen LED-Beleuchtung, ausgestattet worden“, so Schaffer. Dadurch ist auch bei Dämmerung und in der Nacht für eine gute Sicht beim Be- und Entladen und somit für Arbeits­sicherheit gesorgt.

Zusammenfassung

Um den Arbeitsplatz Lkw sicher und gesund zu gestalten, setzt der Grazer Familienbetrieb Glettler Transport GmbH zahlreiche Maßnahmen. Dazu zählen die Anschaffung von ergonomischen Gesundheitssitzen, Informationen zu gesunder Ernährung und Bewegung sowie die Evaluierung psychischer Belastungen.


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