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Skilehrerin begleitet ein Kind im Förderband-Tunnel am Skihang.
© Skischulen Scheffau

Goldene Securitas

Sturzfrei auf der Piste – von Anfang an!

Für die Skischule Scheffau steht der Sicherheits- und Gesundheitsschutz an oberster Stelle. Ein breites Förderband auf der Skipiste hat Stürze deutlich reduziert und die ergonomischen Bedingungen für das Skischulteam verbessert. Spezialanfertigungen von Kinderski aus dem 3D-Drucker erleichtern Kleinkindern den Start.

Die Skischule Scheffau in der Ski-Welt Wilder Kaiser Brixental in Tirol blickt auf 50 Jahre Unterricht in diversen Wintersportarten zurück. Beim Unterrichten von Skilauf, Snowboard und Langlauf haben sowohl die Sicherheit der Schüler:innen als auch der Gesundheitsschutz der Mitarbeiter:innen einen großen Stellenwert. Dabei darf der Faktor Spaß nicht verloren gehen – ganz im Gegenteil: Skischulleiter Gerhard Told ist es ein besonderes Anliegen, dass Kinder bereits ab dem Alter von zwei Jahren Spaß am Skisport haben und später dabeibleiben. Prävention spielt eine entscheidende Rolle. Besonders im Anfangsstadium passieren die meisten Fehler. Ungeeignete, zu schmale Förderbänder und falsches Equipment sind oft Ursache für Stürze. Dabei können Negativerlebnisse für die jungen Schützlinge zum Spaßverderber werden. Gerhard Tolds Devise lautet für seine Kunden:Kundinnen: „Ihr Erfolg ist unsere Motivation!“
Dieses besondere Engagement wurde bei der Goldenen Securitas 2023, einem Preis für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, den AUVA und WKO alle zwei Jahre vergeben, mit einer Nominierung in der Kategorie „Innovativ für mehr Sicherheit“ belohnt.

Reduktion von Stürzen
Das Ziel war es, Stürze im Skischulübungsgelände, welche in der Vergangenheit bei schmalen Personen­förder­bändern häufig vorkamen, zu reduzieren. Gleichzeitig sollten die damit verbundenen körperlichen Belastungen für Skilehrer:innen und Ski­schul­helfer:innen bei Sturzbergungen deutlich verringert werden. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, dass die Hilflosigkeit bis zur „Rettung“ auch bei glimpflichen Stürzen dazu geführt hatte, dass bis zu 50 % der Kleinkinder die Freude an den ersten Skifahrversuchen verloren. Diesem Umstand wollte Gerhard Told ein Ende bereiten.

Förderung von Innovation auf der Piste
Auf Grundlage ihrer langjährigen Erfahrung hat die Skischule gemeinsam mit einem Hersteller von Personenförderbändern den „Zauberteppich“ entwickelt: ein extrabreites Förderband, welches nun ermöglicht, dass Kleinkinder die ersten Bergfahrten gemeinsam mit einem:einer Skilehrer:in absolvieren können. Im Rahmen der „Minischnupperstunde“, dem Spezialprogramm für Kinder von zwei bis vier Jahren, können auch die Eltern diese Hilfestellung übernehmen. Diese technische Entwicklung wurde u. a. vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, dem Land Tirol und aus dem EU-Förderprogramm EFRE gefördert. Ab dem Tag der Inbetriebnahme des neuen Personenförderbandes konnten somit Stürze von Kindern am Förderband massiv reduziert werden.

Sichere Kinderski aus dem 3D-Drucker
Zudem wurden gemeinsam mit einer Spezialfirma für Medizintechnik sehr leichte Ski für Kleinkinder unter vier Jahren entwickelt. Die Besonderheit besteht darin, dass diese Kinderski statt mit Skischuhen mit Winterstiefeln angeschnallt werden, sodass zusätzliche Strapazen durch Skischuhe entfallen. Darüber hinaus haben diese speziellen Ski keine scharfen Kanten, die Verletzungen verursachen könnten. Die spezielle Belagsstruktur ermöglicht mehr Halt auf dem Schnee und gleichzeitig kann weniger Geschwindigkeit für die kleinen – noch ungeübten – Skianfänger:innen aufgenommen werden. Somit wird die Gefahr, zu Fall zu kommen, zusätzlich reduziert. Die 3D-Druck-Carver werden aus recyclebarem Material hergestellt. Auch diese Maßnahme hat zur Reduktion der Sturzunfälle und damit verbunden auch zur Entlastung der Mitarbeiter:innen der Skischule beigetragen.

Zwei Personen präsentieren einen 3D-gedruckten Kinderski.
3D-gedruckte Kinderski erleichtern Kleinkindern unter vier Jahren die ersten Fahrversuche und tragen zur Verringerung von Sturz­unfällen und Verletzungen bei © A. Seitz-Ludwig

Diversität im Skilehrer:innenteam
Eine weitere Besonderheit der Skischule Scheffau ist die positive Bereicherung durch Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, welche im Skischulteam mitarbeiten. Beste Erfahrungen wurden auch in der Zusammenarbeit mit einer elementarpädagogischen Ausbildungseinrichtung gemacht, die das Team tatkräftig unterstützt.
Die gesetzten Maßnahmen für Sicherheit und Gesundheitsschutz in der Skischule hatten auch den Nebeneffekt, dass nun mehr Skianfänger:innen weiterführende Ski- und Snowboardkurse besuchen und den Skisport mit noch mehr Freude ausüben.  ●


Zusammenfassung:
Ein spezielles Förderband für Anfänger:innen sorgt bei der Skischule Scheffau für mehr Sicherheit auf der Skipiste. Durch die sichere Beförderung werden Stürze deutlich reduziert. Spezialanfertigungen von Kinderski erleichtern den Start. Diese Innovationen wurden bei der Goldenen Securitas prämiert. 


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