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Absturzsicherung

Sichere Höhenarbeit

Im Österreichischen Höhenfachkräfte- und Riggingverein haben sich Anbieter:innen zusammengeschlossen, um Qualitätsstandards zu definieren. Arbeitsgruppen bieten den Mitgliedsunternehmen eine Plattform für Austausch und Information, bei Ausbildungen werden Standards in die Praxis umgesetzt. Der Verein kooperiert eng mit der AUVA.

Arbeiten in der Höhe zählen zu den unfallträchtigsten Tätigkeiten. Um das Risiko zu minimieren, ist eine fundierte Ausbildung unerlässlich. Gesetzliche Regelungen geben zwar den Rahmen dafür vor, doch lassen sie häufig Interpretationsspielraum. Um Klarheit zu schaffen, gründeten Unternehmen aus dem Bereich der Höhenarbeiten 2018 den Österreichischen Höhenfachkräfte- und Rigging­verein (OHRV). Dieser verfolgt das Ziel, einheitliche Ausbildungsstandards für die Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) sowie für die Seilzugangstechnik zu entwickeln und mit den in- und ausländischen Stakeholdern abzustimmen.

Die Standards werden in Zusammenarbeit mit Behörden, Unfallversicherungsträgern wie der AUVA und anderen Einrichtungen erarbeitet. Der OHRV formuliert Empfehlungen für den Gesetzgeber in Bezug auf den Umgang mit Absturzgefahren und persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz. Ausbildungsbetriebe und Instruktoren:Instruktorinnen werden in der gewerbsmäßigen Ausbildung für die Verwendung von PSAgA, für Seilzugangs- und Positionierungsverfahren sowie für das Befahren von Behältern mit PSAgA fachlich unterstützt.

Mitgliedsunternehmen
Der OHRV hat rund 30 Mitgliedsunternehmen – professionelle Dienstleister:innen bzw. Ausbildungsbetriebe, die aus dem gesamten deutschsprachigen Raum kommen. „Unsere Mitglieder sind in den Bereichen Höhen- und Absturzsicherungstechnik, Baumpflege, Behälterbefahrungen, Industriemontagen, Höhenarbeit oder Rigging tätig und orientieren sich an den Standards des OHRV“, erklärt der Obmann des OHRV, Helmut Demetz, allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger, Sicherheitsfachkraft und Rope Access Supervisor FISAT Level 3.

Angebote des Vereins
Der Verein stellt seinen Mitgliedern Information, Beratung sowie Aus- und Weiterbildung zu allen Fragen der Sicherheit bei Arbeiten auf erhöhten Standorten zur Verfügung. Derzeit bietet der OHRV eine Ausbildung zum:zur Trainer:in für die Unterweisung zur Verwendung von PSAgA an. Weitere Ausbildungen in den Bereichen Fachkunde zur Überprüfung von PSAgA, Befahren von Behältern und Baumpflege sind in Ausarbeitung.

Gruppe von Personen mit Helmen und Sicherheitsgeschirr bei einer Höhenarbeit-Schulung in einer Halle. & Porträt Helmut Demetz
Der OHRV bietet Ausbildungen für seine Mitglieder an & OHRV-Obmann Helmut Demetz © Helmut Demetz

Für unterschiedliche Anwendungsbereiche von PSAgA hat der OHRV Arbeitsgruppen gebildet, die regelmäßige Treffen abhalten. Die Gruppen erarbeiten Standards zur korrekten Verwendung von PSAgA, zur erforderlichen Sachkunde für deren Überprüfung sowie zur Ausbildung fachkundiger Personen für die praktische Umsetzung. Derzeit gibt es Arbeitsgruppen zu Ausbildung und Verwendung von PSAgA, Material- und Sachkunde PSAgA, Einstieg in Behälter und enge Räume, Baumpflege sowie die neue Arbeitsgruppe Seilzugang.

Aktuelle Informationen finden sich auf der Website des OHRV unter ohrv.at. Nachlesen kann man hier etwa für die Arbeit der Mitglieder relevante Erlässe, aber auch vom Verein erstellte Informationsblätter. Bisher wurde ein Info-Blatt, „Erste Hilfe bei Hängetrauma“, veröffentlicht. „Die Arbeit an der nächsten Publikation, ‚Durchführung von Schulungen‘, ist bereits abgeschlossen“, so Demetz. Weitere Informationsblätter sind in Planung.

Praktische Umsetzung
Demetz betont die Wichtigkeit von Standards für Schulungen und Unterweisungen: „Jeder:Jede Anwender:in von PSAgA muss laut Verordnung Persönliche Schutzausrüstung mindestens einmal jährlich in der Verwendung von PSAgA unterwiesen werden. Kritisch ist Halbwissen über die Durchführung. Dieses kann dazu führen, dass z. B. eine Unterweisung für 30 Personen nur eine halbe Stunde lang dauert und in einem nicht geeigneten Schulungsraum stattfindet.“ Auch die Auswahl der Örtlichkeit spiele bei Schulungen eine wesentliche Rolle.

Die Arbeit mit PSAgA beginnt laut Demetz mit der Planung und der Erstellung einer Risikoanalyse. Zur Vermeidung von Abstürzen sollte nach dem STOP-Prinzip – Substitution vor technischen und organisatorischen Maßnahmen und als letztes Mittel persönliche Maßnahmen – vorgegangen werden. Auch für den Fall, dass ein:e PSAgA-Verwender:in in das Auffangsystem stürzt, muss man Vorkehrungen treffen. Es geht darum, die:den Verunfallte:n in möglichst kurzer Zeit sicher aus der hängenden Position zu bringen.

Bei Ausbildungstagen in Unternehmen, an denen der richtige Umgang mit PSAgA erklärt und geübt wird, kooperiert der OHRV häufig mit der AUVA. „Die AUVA hat Fachexperten:-expertinnen, die z. B. rechtliche Informationen liefern, wir sind praxisnahe“, so Demetz. Zusammenarbeit hat es auch bei der Erstellung eines Merkblatts zur Baumpflege gegeben, das demnächst veröffentlicht werden soll. ●


Zusammenfassung:
Der Österreichische Höhenfachkräfte- und Riggingverein ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, die Ausbildungsstandards für die Verwendung von Absturzsicherungen erarbeiten. Der Verein bietet seinen Mitgliedern Information, Beratung und Ausbildungen.


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