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Digitalisierung

Unterstützende digitale Systeme im Arbeitnehmer:innenschutz

Die digitale Transformation verändert die Arbeitswelt rasant – damit steigen nicht nur Effizienz und Tempo, sondern auch die Anforderungen an Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit.

Mit der Kampagne „Gemeinsam sicher digital“ begleitet die AUVA Betriebe durch die digitale (R)evolution der Arbeitswelt. Der aktuelle Schwerpunkt „unterstützende digitale Systeme“ widmet sich von März bis Oktober 2026 all jenen Technologien, die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit direkt unterstützen, wie zum Beispiel Überwachungs- und Frühwarnsystemen, digitale Schulungsplattformen, Datenanalyse-Tools, Apps, Wearables oder smarte persönliche Schutzausrüstung (PSA) sowie Extended Reality (XR).
Ziel der AUVA-Kampagne ist es dabei, gemeinsam mit Betrieben und Präventionsfachkräften Risiken digitaler Arbeitsumgebungen frühzeitig zu erkennen, Chancen moderner Technologien gezielt zu nutzen, praxistaugliche Lösungen zu entwickeln und die Prävention dauerhaft zu stärken.

Was sind „unterstützende digitale Systeme“ in der Arbeitswelt?
Unterstützende digitale Systeme erhöhen Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, oft unbemerkt im Hintergrund. Sie machen Prozesse transparenter und Arbeitsplätze messbar sicherer – in Produktion, Bau, Logistik, Labor, Büro oder Homeoffice. Digitale Analysesysteme nutzen Sensoren, Kameras und Software, um Belastungen, Umgebungsbedingungen und Gefährdungen zu erkennen, auszuwerten und Prävention datenbasiert zu steuern.

Welche unterstützenden digitalen Systeme gibt es?
Wearables und smarte persönliche Schutzausrüstung (PSA): Wearables sind tragbare Sensor- oder Computersysteme, die in Westen, Armbändern, Gürteln oder Helmen integriert sind. Sie können Daten direkt am Körper erfassen und mit dem:der Nutzer:in interagieren. Sie können zum Beispiel:

  • Warnungen aussenden, wenn bestimmte Grenzwerte überschritten werden (Hitze, Herzfrequenz, Erschütterung)
  • Haltungs- oder Bewegungsdaten aufzeichnen, um ergonomische Risiken aufzuzeigen, sowie Stürze oder Unfälle erkennen und automatisch Alarme auslösen
  • Smarte PSA verbindet klassische Schutzausrüstung wie Helm, Schutzweste oder Schutzbrille mit intelligenter Technik wie Sensoren, Detektoren, Funkmodulen oder Akkus (z. B. Schutzwesten mit Airbag-Funktion oder Helme mit integrierten Kontroll- und Feedbackfunktionen).

Drohnen und ferngesteuerte Systeme: Drohnen können eingesetzt werden, um gefährliche oder schwer zugängliche Bereiche zu inspizieren, etwa Dächer, Windkraftanlagen, Kräne, aber auch enge, kontaminierte oder schlecht belüftete Räume sowie Gefahrenbereiche, die für Menschen nur mit großem Aufwand und Risiko zugänglich wären. So lassen sich Inspektionen sicherer und effizienter durchführen und Menschen müssen weniger häufig direkt in gefährliche Bereiche.
Extended Reality (XR): VR, AR und MR: Extended Reality (XR) umfasst alle Technologien, die reale und virtuelle Welten verbinden. Sie spielen im Schwerpunkt „unterstützende digitale Systeme“ eine zentrale Rolle – insbesondere in der Schulung und Unterweisung.
Virtual Reality (VR): Beschäftigte üben Abläufe oder Notfallsituationen in einer vollständig virtuellen Umgebung – etwa Gefahrensituationen in der Chemie, Arbeiten in der Höhe oder Evakuierungsszenarien.
Augmented Reality (AR): Digitale Informationen – Hinweise, Warnungen, Schritt-für-Schritt-Anleitungen – werden in die reale Umgebung eingeblendet, z. B. über Smart Glasses oder Tablets.
Mixed Reality (MR): Virtuelle Elemente interagieren mit realen Objekten, etwa wenn Maschinenzustände direkt im Sichtfeld eingeblendet werden oder Bedienfehler simuliert werden.
XR ermöglicht es, Risikosituationen realitätsnah, aber ohne Gefahr zu erleben – ein großer Vorteil für Unterweisung, Notfallübungen und die ergonomi­sche Planung von Arbeitsplätzen.

© Adobe Stock / tunedin

Fachveranstaltung als Wegweiser
Eine informative Auseinandersetzung zum Thema bot die Fachveranstaltung „Unterstützende digitale Systeme im Arbeitnehmer:innenschutz“ 
am 24. Februar 2026 im „Zentrum für Visionen“ in Puch / ​Salzburg. Im Rahmen der AUVA-Infoveranstaltung wurde mit verschiedenen Fachexperten:-expertinnen über Chancen sowie Risiken von unterstützenden digitalen Systemen im Arbeitsalltag diskutiert. Anhand von Praxisbeispielen wurden Maßnahmen vorgestellt, wie Beschäftigte wirksam geschützt und in betriebliche digitale Systeme einbezogen werden können. Teilnehmende konnten im Anschluss eine Leistungsschau rund um digitale Systeme besuchen und Technik „live“ – von XR über Wearables und Apps bis hin zu smarter PSA – erleben.

 

 

Ing. Norbert Metzner
Fachkundiges Organ, AUVA-Hauptstelle
norbert.metzner@auva.at

 

 

Info
Weitere Informationen und Fotos zur Veranstaltung 
finden Sie im AUVA-Präventionsblog: 
auva.at/veranstaltungen/digitale-systeme/

 

Zusammenfassung

Unterstützende digitale Systeme haben das Potenzial, die Art und Weise, wie wir arbeiten und leben, grundlegend zum Besseren zu verändern, vorausgesetzt, sie werden verantwortungsvoll und unter Berücksichtigung ethischer Aspekte gestaltet.

 

 


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