Fehlzeitenreport 2026
Fehlzeitenreport 2026
Kurzkrankenstände nehmen zu, ebenso Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes
Laut Fehlzeitenreport 2026 des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) gingen die Krankenstände 2025 in Österreich leicht zurück: Beschäftigte waren durchschnittlich 14,7 Tage im Krankenstand. Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes (MSB) zählen jedoch weiterhin zu den wichtigsten Ursachen für Fehlzeiten.
Trotz des Rückgangs der Krankenstände wird das Fehlzeitengeschehen weiterhin von wenigen Krankheitsgruppen bestimmt. Erkrankungen der Atemwege verursachten 43,3 Prozent aller Krankenstandsfälle. Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes (sogenannte MSB-Erkrankungen) machten 11,3 Prozent der Fälle, aber 19,1 Prozent der Krankenstandstage aus. Psychische Erkrankungen verursachen zwar nur 2,9 Prozent der Fälle, sind aufgrund ihrer langen Dauer jedoch für 11,8 Prozent aller Krankenstandstage verantwortlich.
Auffällig ist der Anstieg kurzer Krankenstände: Knapp 45 Prozent aller Fälle dauerten weniger als vier Tage, verursachten aber nur rund zehn Prozent der Fehltage.
Frauen verzeichneten 2025 durchschnittlich 15,5 Krankenstandstage und damit knapp zehn Prozent mehr als Männer (14,1 Tage). Mit zunehmendem Alter steigen Häufigkeit und Dauer der Krankenstände deutlich an.
Information
Der Fehlzeitenreport wird jährlich vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) im Auftrag des Dachverbandes der Sozialversicherungsträger (DVSV), der Arbeiterkammer (AK) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) erstellt. Er analysiert umfassend die Entwicklung und Struktur der Krankenstände der unselbständig Beschäftigten in Österreich.
Der gesamte Fehlzeitenreport unter:
sozialversicherung.at/fehlzeitenreport
Fehlzeiten-Dashboard
Das interaktive Fehlzeiten-Dashboard der Sozialversicherung liefert datenbasierte Einblicke in das österreichische Krankenstandsgeschehen – nach Alter, Branche, Diagnose und Region differenziert. Es steht seit 2020 online zur Verfügung und wird jährlich aktualisiert.
dashboards.sozialversicherung.at/fehlzeiten
Ein Schwerpunkt des aktuellen Fehlzeitenreports sind Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes. 2025 waren rund 445.600 Beschäftigte betroffen. Sie wiesen durchschnittlich 33,4 Krankenstandstage auf, gegenüber 19,3 Tagen bei anderen Diagnosen. Besonders häufig sind Beschwerden von Rücken und Wirbelsäule; Kreuz- und Lendenschmerzen verursachen fast die Hälfte aller MSB-Fälle.
Die wirtschaftlichen Folgen bleiben erheblich: Direkte Krankenstandskosten beliefen sich 2024 auf rund 6 Milliarden Euro. Einschließlich Wertschöpfungsverlusten können die gesamtwirtschaftlichen Kosten bis zu 8,8 Milliarden Euro betragen. Das WIFO sieht vor allem bei Prävention, Rehabilitation und strukturierten Versorgungspfaden Handlungsbedarf.