Digitalisierung
Realitätsnahes Simulatortraining
Das Üben in virtuellen Szenarien ist eine platz- und zeitsparende Ergänzung zum herkömmlichen Training. Mit den Simulatoren von Sevensim können Beschleunigung, Bremsen, Kurvenlage und Fahrtwind imitiert werden.
Ob Stapler, Traktor oder Kran – die Simulatoren der Sevensim GmbH, Schwerpunkt Entwicklung und Herstellung von Hardwaresimulatoren, bieten eine realitätsnahe Übungsmöglichkeit. Gemeinsam mit den Kunden:Kundinnen werden Szenarien entworfen, die den Bedingungen im jeweiligen Unternehmen entsprechen. Der:Die Trainierende sieht die Umgebung, spürt die Bewegungen des Fahrzeugs und steuert es mit originalgetreuen Bedienelementen. Sevensim bietet Lösungen für das Training mit Staplern, Traktoren, Kränen und seit kurzem auch mit Motorrädern. Der Simulator imitiert unter anderem Kurvenlage und Fahrtwind, die Virtual-Reality-Brille ermöglicht eine dreidimensionale Wahrnehmung der Trainingsumgebung.
Stapler-Simulatoren
„Den ersten Simulator haben wir in Kooperation mit dem Staplerhersteller Jungheinrich für Schulung und Training von Staplerfahrern:-fahrerinnen entwickelt“, erinnert sich Ing. Klaus C. Stöttner, BSc, Geschäftsführer von Sevensim. In diesem Bereich war und ist der Bedarf besonders groß, da Kollisionen mit Staplern zu den häufigsten Unfällen im innerbetrieblichen Verkehr zählen. Soll dieses Risiko durch Üben mit einem „echten“ Stapler verringert werden, muss die entsprechende Fläche in der Werks- bzw. Lagerhalle zur Verfügung gestellt werden, was den laufenden Betrieb beeinträchtigt. Das platz- und zeitsparende Simulatortraining kann hier als Ergänzung für zusätzliche Übungseinheiten sorgen.
Zu den ersten Kunden:Kundinnen von Sevensim gehört Mercedes-Benz. Der Automobilhersteller nutzt Stapler-Simulatoren im Rahmen der jährlichen Sicherheitsunterweisungen, wobei die Trainingsszenarien die realen Bedingungen im Unternehmen nachbilden. Die Staplerfahrer:innen sind virtuell in ihrer gewohnten Umgebung unterwegs und können auch jene Verkehrssituationen üben, bei denen in der Realität eine erhöhte Unfallgefahr besteht.
MotionCube
Seit 2024 gibt es mit dem MotionCube eine weiterentwickelte Version des Simulators. Er bildet die Basis für Aufbauten, die verschiedene Fahrzeuge simulieren. Je nach Fahrzeug führt der MotionCube unterschiedliche Arten von Bewegungen aus. So kann zum Beispiel durch Vorwärts- bzw. Rückwärtsneigung Beschleunigung und Bremsen imitiert werden oder durch Auf- und Abbewegen die Fahrt über unebenen Boden. BMW, Erstkunde für den Stapler-Simulator mit dem MotionCube, schult im unternehmenseigenen Ausbildungscenter Lehrlinge für den Staplerschein.
Mit speziellen Aufbauten lassen sich Kräne mit unterschiedlicher Auslegerlänge und verschiedenen Traglasten simulieren. „Für einen Schweizer Kunden haben wir eine Kransimulation für ein Ausbildungszentrum entwickelt. Von dem Unternehmen bekommen wir viel Feedback, das wir für die Weiterentwicklung des Simulators nutzen können, etwa zur Didaktik, zu den Lernniveaus und zur Akzeptanz durch die Ausbildner:innen“, so Stöttner. Trainingsinhalte sind das Anschlagen der Last und die Steuerung des Krans. In einer Spezialausführung für die Stahlindustrie wird geübt, mit dem Kran einen 50-Tonnen-Tiegel zu heben.
Der MotionCube wird auch zur Simulation von Traktoren verwendet. Zugmaschinen unterschiedlicher Größe lassen sich mit mehreren Anbaugeräten wie Mähwerken kombinieren. Für das Fahrsicherheitstraining hat Sevensim einen Motorrad-Simulator entwickelt, der z. B. von Rennfahrern:-fahrerinnen genutzt wird. Derzeit ist eine Simulation für Feuerwehr-Drehleitern in Planung, in Zukunft soll das Angebot auf andere Branchen ausgeweitet werden.
Herausforderungen und Vorteile
Eine der größten Herausforderungen bei VR-Technologien ist die Verhinderung von Digital Motion Sickness. Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit treten auf, wenn das, was man sieht, nicht mit den tatsächlichen Bewegungen des Körpers übereinstimmt. Dieses Problem wird durch die realistischen Bewegungen und Effekte der Sevensim-Simulatoren deutlich verringert.
Virtuelles Training punktet durch seinen platz- und zeitsparenden Einsatz. Das Training lässt sich durch die Wahl zwischen verschiedenen Schwierigkeitsstufen an das Kompetenzniveau der Übenden anpassen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass kritische Situationen gefahrlos geübt werden können, etwa das Verhalten im Bereich von Kreuzungen oder bei eingeschränkter Sicht. Bei virtuellen Kollisionen erhalten Trainierende sofort eine Rückmeldung und können ihren Fahrstil entsprechend korrigieren. Am Ende der Übungseinheit werden Informationen zu gefährlichen Fehlern und nicht bzw. nicht richtig ausgeführten Aufgaben eingeblendet, was den Lerneffekt zusätzlich verstärkt.
Zusammenfassung:
Virtuelle Szenarien bieten eine platz- und zeitsparende Ergänzung zum herkömmlichen Training. Auch kritische Situationen können gefahrlos geübt werden. Sevensim entwickelt und fertigt dafür branchenspezifische Simulatoren für Stapler, Traktoren und Kräne.