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© Bundesheer/GREBIEN

Alternsgerechtes Arbeiten

Der AUVA-Altersstrukturcheck - Ein Beispiel aus der Praxis beim Österreichischen Bundesheer (ÖBH)

Die Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz ist ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess, bei dem die enge Zusammenarbeit der Arbeitspsychologen:-psychologinnen des Heerespsychologischen Dienstes (HPD) mit den Mitarbeitenden und deren Führungskräften essenziell ist. Das Alter von Mitarbeitenden spielt eine wichtige Rolle.

Die Durchführung der Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastungen gemäß Bundes-Bedienstetenschutzgesetz (B-BSG) stellt eine der zentralen Aufgaben der Arbeitspsychologen:-psychologinnen beim ÖBH dar. Ziel dieser Maßnahme ist ein Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen durch das Feststellen allfälliger Belastungen, die zu Fehlbeanspruchungen führen können, und deren Beseitigung bzw. Reduktion. Häufig festgestellt werden ein Anstieg der Menge an Arbeit und eine Mehrfachbelastung für Betroffene aufgrund des Personalmangels sowie Mängel im Bereich der Arbeitsumgebung – wie etwa Lärm- oder Hitzeentwicklung –, die sich negativ auf den Gesundheitszustand auswirken können.

Praxisbeispiel
Im Rahmen der vertieften Dokumentenanalyse werden bei jeder Evaluierung auch die demografischen Daten der Mitarbeitenden analysiert. Mit Hilfe des Altersstrukturchecks wird die Altersverteilung ermittelt. Bei einer exemplarischen Dienststelle waren zum Zeitpunkt der Evaluierung im Q1/2026 61 Mitarbeitende tätig, deren Durchschnittsalter 51 Jahre betrug. Zum Vergleich: Das Durchschnittsalter bei Erwerbstätigen im Bundesdienst liegt bei 46 Jahren bzw. bei 41 Jahren für Beschäftigte in Österreich gesamt*. Die schwarzen und grauen Balken in Abb. 1 verdeutlichen die Dominanz älterer Beschäftigter in der betreffenden Dienststelle. Ergänzend muss erwähnt werden, dass es sich bei dieser Dienststelle nicht um ein Organisationselement der oberen Führung handelt, bei dem das Alter der Bediensteten naturgemäß aufgrund der entsprechenden Karriereverwendung höher ist.
Festgestellt wurde im Rahmen der Evaluierung eine Mehrbelastung bei „noch“ Arbeitenden, die zusätzliche Tätigkeiten übernehmen müssen. Außerdem zeigte sich die Sorge über den drohenden Verlust von Wissen und Know-how im Zuge der zahlreichen bevorstehenden Ruhestands-bedingten Abgänge.
Zudem sind Altersunterschiede meist mit sozialen Ungleichheiten, unterschiedlichen Einstellungen und teilweise Vorurteilen verbunden und können im generationenübergreifenden Umgang Spannungen begünstigen. Dies kann sich auch negativ auf das Klima und die Innovationsfähigkeit im Team auswirken.
Ergänzend wurden für die Dienststellen-Leitung verschiedene Szenarien erarbeitet, wie sich die Altersverteilung in 3, 5 und 10 Jahren entwickeln wird. Wie Abb. 1 zeigt, werden in 3 Jahren 15 % der Mitarbeitenden – also 9 Beschäftigte – das gesetzliche Pensionsalter erreicht haben, in 5 Jahren jede:r vierte und in 10 Jahren mehr als ein Drittel.


* Statistik Austria, SV 2025

Nutzen für Anwender:innen
Die grafische Darstellung erleichtert die Vermittlung des Zahlenmaterials und fördert bei Anwendern:Anwenderinnen das Verständnis für die Bedeutung der Thematik „Demografie“. Der Priorität, mit der empfohlene Maßnahmen im Sinne des Bedienstetenschutzes umgesetzt werden sollten, wird Rechnung getragen. Im oben angeführten Beispiel wurden unter anderem folgende Maßnahmen abgeleitet und empfohlen: Fokus auf zeitnahe Personalplanung und -akquise im Sinne einer ausgeglichenen Altersstruktur, Sicherstellung des Wissenstransfers sowie Maßnahmen zur Weiterbildung, Qualifizierung und Bewusstseinsbildung in Sinne einer Förderung des gegenseitigen Verständnisses im generationenübergreifenden Umgang.
Damit empfohlene Maßnahmen zur Umsetzung gelangen und sich deren Wirksamkeit entsprechend entfalten kann, kommt der verständlichen Vermittlung komplexer Inhalte eine zentrale Bedeutung zu. In diesem Zusammenhang wird der Altersstrukturcheck gerne zur Anwendung gebracht und darf als wertvolles Tool empfohlen werden.

AUVA-Altersstrukturcheck

Der kostenlose digitale „Altersstrukturcheck“ der AUVA unterstützt Unternehmen bei dieser Analyse. Er steht unter altersstrukturcheck.auva.at zur Verfügung.

 

Zusammenfassung:
Der Altersstrukturcheck der AUVA hilft bei der Analyse von Altersstrukturen innerhalb der Belegschaft und deren Entwicklung in Betrieben. Aus der Evaluierung können wichtige Schlüsse unter anderem für die Personalplanung, den Wissenstransfer zwischen Beschäftigten und für Weiterbildungs- bzw. Qualifizierungsmaßnahmen gezogen werden.


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