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Drei Personen in Schutzhelmen und Warnwesten stehen auf einer Baustelle und betrachten gemeinsam einen Bauplan und einen Laptop.
© Adobe Stock / ME Image

Vision Zero

Vision Zero – sicheres und gesundes Arbeiten

Eine Arbeitswelt ohne tödliche und schwere Arbeitsunfälle – das ist das Ziel der Kampagne Vision Zero der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS). Die AUVA unterstützt die Kampagne und rückt damit Vision Zero auch ins Zentrum ihrer Präventionsarbeit.

Auf dem Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in Singapur 2017 startete die IVSS die Kampagne Vision Zero mit globalem Ansatz. Durch präventive Maßnahmen soll eine Arbeitswelt geschaffen werden, in der niemand bei der Arbeit getötet oder so schwer verletzt wird bzw. erkrankt, dass daraus lebenslange Schäden entstehen. Mittlerweile unterstützen zahlreiche Unternehmen sowie nationale und internationale Institutionen, die sich mit der Prävention von Arbeitsunfällen beschäftigen, die Initiative der IVSS.

Auch die AUVA hat sich der internationalen Kampagne Vision Zero angeschlossen. Beim Forum Prävention 2026 waren mehrere Vorträge der Vision einer Welt ohne tödliche und schwere Arbeitsunfälle gewidmet. DI Georg Effenberger, Leiter der Abteilung für Unfallverhütung und Berufskrankheitenbekämpfung der AUVA, kündigte an, 2027 einen Fokus der AUVA-Präventionsarbeit auf Vision Zero zu legen.

„Safety Award“ Maschinen­sicherheit
Viele Arbeitsunfälle ereignen sich bei der Handhabung von Maschinen. Die Internationale Sektion der IVSS für Maschinen- und Systemsicherheit hat daher mit dem „Safety Award“ einen Preis ausgeschrieben, mit dem innovative Lösungen im Bereich der Maschinensicherheit ausgezeichnet werden. 2025 wurde der Preis zum zweiten Mal verliehen. Dipl.-Volksw. Jürgen Schulin, Präsident der IVSS-Sektion Maschinen- und Systemsicherheit, stellte die Gewinner – drei deutsche Unternehmen – beim Forum Prävention 2026 vor.

Die Kleemann GmbH erhielt den Award für den mobilen Prallbrecher MOBIREX MR 100 NEO, der beim Recycling von Baustoffen zum Einsatz kommt. Die MKN Maschinenfabrik Kurt Neubauer GmbH & Co. KG wurde für ihr FrySafe®-System prämiert, mit dem sich das Brandrisiko in gewerblichen Küchen reduzieren lässt. Der Kollisionsschutz „End-of-Arm-Safeguard“ des dritten Gewinners, Sick AG, sorgt für Sicherheit bei Mensch-Roboter-Kollaborationsanwendungen.

Präventionsansatz Safety II
Mag.ᵃ Sylvia Ebner und Ing.ⁱⁿ Sabrina Schatzinger, beide von der AUVA-Hauptstelle, erklärten den Zusammenhang zwischen Vision Zero und dem Präventionsansatz Safety II. Der herkömmliche reaktive Ansatz – Safety I – konzentriert sich darauf, Fehler und Unfälle zu identifizieren und in der Folge zu verhindern. Im Unterschied dazu geht man bei Safety II proaktiv vor, indem man jene Situationen analysiert, in denen es nicht zu Unfällen kommt.

Wichtig dabei ist es, nicht die in der Theorie vorgesehenen „idealen“ Abläufe zu betrachten, sondern die tatsächlichen. Diese sind oft durch Abweichungen gekennzeichnet, da die handelnden Mitarbeiter:innen ihre Vorgehensweisen an die sich ändernden Herausforderungen anpassen. Weil die Anzahl an Arbeitsunfällen generell abnimmt, ergeben sich immer weniger Situationen, aus denen man gemäß ­Safety I lernen kann. Safety II ist als Ergänzung zu verstehen, um dem Ziel von Vision Zero – null Arbeitsunfälle – möglichst nahe zu kommen.

Globale Lieferketten
Vision Zero ist eine weltweite Initiative, die auch die Lieferketten mit einbezieht. Die Herstellenden in Europa verkaufter Produkte sind oft in Ländern des globalen Südens angesiedelt, wo das Risiko für tödliche und schwere Arbeitsunfälle bzw. Erkrankungen deutlich höher ist. Dr. Helmut Nold von der Sektion für Prävention in der chemischen Industrie der IVSS erläuterte beim Forum Prävention 2026 anhand von zwei Projekten, wie Sorgfaltspflichten entlang globaler Lieferketten in die Praxis umgesetzt werden können:

Eine Person mit Schutzhelm, Schutzbrille und orangefarbener Sicherheitsweste arbeitet konzentriert an einer Maschine in einer Werkstatt.
Die Basis von Vision Zero: Konzentriertes Arbeiten und sichere Prozesse für eine Arbeitswelt ohne tödliche und schwere Unfälle © Adobe Stock / winnievinzence

In Pakistan kommen bei der Herstellung von Fußbällen verschiedene Chemikalien zum Einsatz, etwa Klebstoffe. Ein Präventionsprojekt unterstützt bei der sicheren Lagerung und der Kennzeichnung dieser Stoffe. Im Rahmen eines Projekts in Bangladesch werden Arbeitnehmer:innen einer Gerberei mit persönlicher Schutzausrüstung ausgestattet und Arbeitsinspektoren:-inspektorinnen ausgebildet.

Vision Zero in Europa
Die EU-Kommission hat im Strategischen Rahmen für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz 2021–2027 Vision Zero als eine zentrale Priorität festgelegt. Mag.ᵃ Dr.ⁱⁿ Alexandra Marx, Leiterin der Rechtsabteilung im Zentral-Arbeitsin­spektorat, beschrieb, welche Neuerungen zu einer Reduktion arbeitsbedingter Verletzungen, Erkrankungen und Todesfälle beitragen sollen – etwa Regelungen zu Arbeitsstätten und Bildschirmarbeit sowie neue Grenzwerte für krebserzeugende Arbeitsstoffe. Der österreichische Arbeitsschutz werde stark vom europäischen bestimmt, betonte Marx.


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