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Sichere Arbeit
Das neue Merkblatt.plus 340.6 „Krebserzeugende Arbeitsstoffe auf Baustellen“
Das größte Krebsrisiko auf Baustellen geht von Asbest aus.
Das neue Merkblatt.plus 340.6 „Krebserzeugende Arbeitsstoffe auf Baustellen“
Das größte Krebsrisiko auf Baustellen geht von Asbest aus.

Krebsgefahr durch Stäube und Dämpfe

Krebserzeugende Arbeitsstoffe

Ein neues Merkblatt.plus der AUVA unterstützt dabei, krebserzeugende Stoffe auf Baustellen zu erkennen und die richtigen Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
Welche krebserzeugenden Arbeitsstoffe kommen auf Baustellen vor? Bei welchen Tätigkeiten ist man ihnen ausgesetzt? Wie gelangen sie in den Körper und wie kann man sich vor ihnen schützen? Antworten auf diese Fragen finden sich in dem neuen Merkblatt der AUVA M.plus 340.6 „Krebserzeugende Arbeitsstoffe auf Baustellen“. Detaillierte Informationen zu zehn im Bau- und Baunebengewerbe besonders häufigen krebserzeugenden bzw. krebsverdächtigen Stoffen unterstützen dabei, Risikopotenziale zu erkennen und die richtigen Schutzmaßnahmen für die Beschäftigten zu ergreifen.
Wie wichtig es ist, verstärkt auf Prävention zu setzen, zeigt ein Blick auf die Berufskrankheiten-Statistik, in der Bauberufe den höchsten Anteil an Krebserkrankungen aufweisen. Fast 90 Prozent davon sind durch Asbest verursacht. Während die krebserzeugende Wirkung eingeatmeter Asbestfasern schon lange bekannt ist, fehlt bei anderen ebenfalls krebserzeugenden Arbeitsstoffen oft das Bewusstsein für die Gefahr.
Ein Stoff, mehrere Gefahren
In das neue Merkblatt wurden auch krebserzeugende bzw. -verdächtige Arbeitsstoffe aufgenommen, die ein vergleichbar geringes Krebsrisiko aufweisen, aber andere gesundheitsschädigende Wirkungen haben. So enthält beispielsweise Zement nicht nur krebserzeugende Chrom(VI)-Verbindungen, sondern kann darüber hinaus unter anderem schwere Schäden von Augen und Lunge sowie allergische Haut- und Lungenerkrankungen hervorrufen.
Es gibt noch einen weiteren Grund, warum auch krebserzeugende bzw. -verdächtige Stoffe berücksichtigt werden müssen, die auf Baustellen nur in Spuren vorkommen oder mit denen man nur kurzzeitig in Kontakt kommt: Die Beschäftigten sind mehreren krebserzeugenden Stoffen gleichzeitig ausgesetzt, etwa durch Einatmen unterschiedlicher Stäube. Grenzwerte gelten jedoch nur für jeweils einen Stoff, eine kombinierte Exposition wird nicht berücksichtigt. Über die Höhe des Risikos durch verschiedene Arbeitsstoffe, die auf dasselbe Organ – z. B. die Lunge – wirken, kann daher keine Aussage getroffen werden.
Ob Krebsgefahr besteht, lässt sich bei zugekauften Stoffen anhand der Gefahrenhinweise (H-Sätze) H350 „Kann Krebs erzeugen“, H350 „Kann beim Einatmen Krebs erzeugen“ bzw. H351 „Kann vermutlich Krebs erzeugen“ feststellen. Zusätzlich sind diese Stoffe mit dem Gefahrenpiktogramm „Gesundheitsgefahr“ gekennzeichnet. Schwieriger als krebserzeugend zu erkennen sind Stäube und Dämpfe, die erst während des Arbeitsprozesses entstehen bzw. freigesetzt werden.
Maßnahmen nach der STOP-Rangfolge
Die Präventionsmaßnahmen bei krebserzeugenden bzw. -verdächtigen Stoffen müssen, wie bei allen gefährlichen Arbeitsstoffen, nach der STOP-Rangfolge erfolgen. Für die auf Baustellen allgegenwärtigen Stäube bedeutet das, in einem ersten Schritt Materialien mit hoher Staubentwicklung durch staubarme zu substituieren. Anmischbare pulvrige Produkte können durch Granulate oder verwendungsfertige Mörtel- und Spachtelmassen ersetzt werden.
Staubarme Nass- oder Feuchtbearbeitungsverfahren sind zu bevorzugen. Um den Staub an der Entstehungsstelle zu erfassen, sollten direkt abgesaugte Geräte gewählt werden. Bei Arbeiten in Innenräumen muss man auf ausreichende Lüftung achten, bei hohen Staubbelastungen zusätzlich Lüftungsgeräte mit Abluftfilterung verwenden. Staubaufwirbelung wird verhindert, indem man den Staub mit Wasser bindet und Staubablagerungen oder Schutt sofort beseitigt.
Bei allen krebserzeugenden Stoffen kommt der Arbeitsplatzhygiene eine besondere Bedeutung zu. Dazu zählen getrennte Aufbewahrung von Arbeits- und Privatkleidung, sofortiger Wechsel verschmutzter Kleidung und das Verbot, kontaminierte Arbeitskleidung mit nach Hause zu nehmen, um eine Verschleppung der Schadstoffe zu verhindern. Händewaschen vor dem Essen und Trinken sollte ebenso selbstverständlich sein wie nicht im Arbeitsbereich zu essen und zu trinken.
Welche präventiven Maßnahmen zusätzlich zu jenen nötig sind, die allgemein für gesundheitsgefährdende Arbeitsstoffe gelten, hängt vom jeweiligen Stoff ab. Im neuen Merkblatt sind die Tätigkeiten angeführt, bei denen man mit dem Stoff in Kontakt kommt, die Aufnahmewege in den Körper und die Gesundheitsgefährdungen sowie die Schutzmaßnahmen nach der STOP-Rangfolge. „Anhand des Merkblatts kann man erkennen, welche krebserzeugenden Stoffe sich auf einer Baustelle befinden. Es sensibilisiert für die Gefahren“, so DI Ernest Stühlinger, Fachkundiges Organ Bau, von der Abteilung für Unfallverhütung und Berufskrankheitenbekämpfung der AUVA.
Asbest
Das größte Krebsrisiko auf Baustellen geht von Asbest aus. Verbauen asbesthaltiger Materialien wurde in Österreich zwar bereits 1990 verboten, allerdings stößt man bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten, vor allem von Dächern, Fassaden und Rohrleitungen, nach wie vor auf Asbest. Eingeatmete Asbestfasern können zu Asbestose und zu Krebserkrankungen führen, insbesondere von Lunge, Rippenfell, Herzbeutel und Bauchfell sowie von Kehlkopf und Eierstöcken. Diese Krankheiten treten oft erst nach Jahrzehnten auf.
Dass ältere Dach- und Fassadenplatten häufig aus Asbestzement bestehen, sei in der Branche bekannt, erklärt Ing. Anton Kerschbaum, Fachkundiges Organ Bau, von der AUVA-Außenstelle Oberwart: „Die Dacharbeiter sind schon teilweise sensibilisiert, werfen die Platten nicht vom Dach hinunter und tragen Mundschutz – aber oft keinen Schutzanzug.“ Im Innenbereich werden viele asbesthaltige Produkte jedoch nicht als solche erkannt, etwa Brandschutzelemente bzw. Brandschutzanstriche, Rohre aus Asbestzement oder asbesthaltige Kleber. Auch im Kanalbau fehlt oft das Gefahrenbewusstsein; man baut Rohre aus Asbestzement ohne ausreichende Schutzmaßnahmen aus und entsorgt sie mit dem übrigen Bauschutt.
Bei der Bearbeitung von asbesthaltigem Material müssen langsam laufende Arbeitsgeräte gewählt und die freiwerdenden Fasern durch einen Asbestsauger erfasst werden. Arbeitsmittel, die im Nassverfahren verwendet werden können, sind zu bevorzugen. Beim Ausbau geringer Mengen an schwach gebundenem Asbest sind Glove-Bags, die über den Bauteil gestülpt werden und ihn so von der Umgebung isolieren, einzusetzen.
Vor der Abnahme des Glove-Bags bzw. nach Abschluss der Abbauarbeiten sollte man die Flächen mit einem Penetriermittel benetzen und gegebenenfalls mit einem Restfaserbindemittel nachbehandeln. Die ausgebauten asbesthaltigen Materialien müssen in Big Bags verpackt werden, die zum Abtransport in einer Deckelmulde lagern. Als Persönliche Schutzausrüstung auf Asbestbaustellen dienen Einwegschutzanzug und partikelfiltrierende Halbmaske FFP2 oder FFP3 bzw. motorunterstützte Filtergeräte. „Bei gelegentlicher und geringfügiger Exposition von unter 15.000 Fasern/m³ ist Atemschutz verpflichtend, ein Schutzanzug wird empfohlen“, erklärt Stühlinger. Die Kleidung muss sofort nach Beendigung der Tätigkeit gewechselt werden.
Künstliche Mineralfasern
Hat man es bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten mit Dämmstoffen in Form von Glas-, Stein- oder Schlackenwolle zu tun, so handelt es sich meist um „alte“, vor 1996 produzierte künstliche Mineralfasern (KMF). Diese reizen die Schleimhäute und stehen in Verdacht, beim Einatmen Lungenkrebs zu verursachen. Dieses Risiko ist bei den neuen KMF nicht gegeben. Anhand des Aussehens lässt sich nicht feststellen, ob es sich um alte oder neue KMF handelt. Liegen keine Informationen wie Datenblätter, Leistungserklärungen, Rechnungen oder Etiketten vor, ist von alten Mineralwolle-Dämmstoffen auszugehen. Bei Abbruch- und Sanierungsarbeiten ist man laut Stühlinger derzeit in der Regel mit alten künstlichen Mineralfasern konfrontiert, allerdings mit Ausnahmen: „Wenn das Dämmmaterial, z. B. nach einem Wasserschaden, ausgetauscht werden muss, fallen auch schon neue KMF an.“ Im Zweifelsfall müsse man das ausgebaute Material als krebsverdächtigen Stoff behandeln.
Beim Abbau von KMF ist darauf zu achten, dass möglichst wenig Staub freigesetzt wird. Muss man das Material zerteilen, sollte man es mit Messer oder Schere schneiden. Schnell laufende Maschinen wie Schleif-, Trenn- oder Bohrmaschinen sowie Reißen und Werfen des Materials sind zu vermeiden. Freigelegte Fasern sollte man befeuchten bzw. mit Restfaserbindemittel besprühen. Abblasen mit Druckluft oder Trockenkehren sind verboten, stattdessen ist ein Industriestaubsauger zu verwenden.
Die empfohlene PSA besteht aus einer partikelfiltrierenden Halbmaske FFP2, vorzugsweise mit Ausatemventil, Schutzhandschuhen, z. B. mit Nitrilbeschichtung, Schutzanzug Typ 5 sowie insbesondere bei Überkopfarbeiten einer Schutzbrille.
Quarzfeinstaub
Während die Stäube von Asbest und alten KMF schon lange als krebserzeugend bekannt sind, wurde Quarzfeinstaub erst im Dezember 2017 in die EU-Richtlinie für krebserzeugende Arbeitsstoffe aufgenommen, deren Umsetzung in nationales Recht heuer erfolgen muss. In Österreich befasst sich derzeit eine Arbeitsgruppe damit, praxistaugliche Lösungen zum Schutz vor Quarzfeinstaub zu erarbeiten.
Quarzhaltiges Gestein ist zu unterschiedlichen Prozentsätzen in fast allen mineralischen Bau- und Zuschlagstoffen, die für Beton, Putze oder Asphalt verwendet werden, enthalten. Bei der Bearbeitung entsteht mineralischer Mischstaub. Wie hoch der Quarzanteil im Feinstaub ist, hängt vom Material und vom Arbeitsverfahren ab. Zu den Tätigkeiten, bei denen man einer hohen Belastung durch Quarzfeinstaub ausgesetzt ist, zählen Trockenschneiden von Pflastersteinen, Stemmen und Meißeln von Wandflächen, Beton-Bohrarbeiten, Abbruch-, Schleif- und Kehrarbeiten.
Das Einatmen von Quarzfeinstaub kann zu Silikose und in der Folge zu Lungenkrebs führen. Eine Reduktion der gesundheitsschädigenden Belastung durch die Substitution quarzhaltiger Bau- und Zuschlagstoffe ist kaum möglich; für das Druckluftstrahlen gibt es jedoch eine Reihe von Ersatzstoffen für siliziumdioxidhaltige Materialien, unter anderem Glasperlen, Stahlsand und Weizenkörner.
Chrom(VI) im Zement
Staub kann auch bei Arbeiten mit Zement entstehen, der – bedingt durch den Herstellungsprozess – krebserzeugende Chrom(VI)-Verbindungen enthält. Seit 2005 ist nur mehr chromatarmer Zement zugelassen, dem ein Mittel zur Reduktion von Chrom(VI) beigemengt ist. Da die Wirkung dieses Mittels mit der Zeit nachlässt, muss das Ablaufdatum beachtet werden.
Zementstaub kann beim händischen Befüllen von Mischmaschinen oder dem Vermengen von Zement mit einem Rührwerk in die Atemwege gelangen. „Für größere Mengen kommen meist Zement-Fertigmischungen zum Einsatz. Auf Kleinbaustellen oder beim ‚Häuslbauen‘ mischt man den Zement für die Herstellung von Beton oder Fliesen- bzw. Fassadenkleber händisch an, wobei es zu erhöhter Staubentwicklung kommt“, so Kerschbaum.
Zement beeinträchtigt die Gesundheit durch Einatmen von Stäuben, Hautkontakt und – bei mangelhafter Arbeitsplatzhygiene – Verschlucken. Er wirkt ätzend auf Schleimhäute und Haut, schädigend auf Augen, Lunge, Nieren, Blut und Leber und verursacht allergische Haut- und Atemwegsreaktionen. Da Chromat nur in Spuren im Zement enthalten sein darf, ist die Gefahr einer Krebserkrankung allerdings kaum gegeben.
Holzstaub
Holzstaub entsteht auf Baustellen bei Schneidearbeiten, etwa mit der Baukreissäge, beim Hobeln und Fräsen sowie beim Schleifen, z. B. von Parkett. Holzstäube können Lungenerkrankungen wie Asthma bronchiale und allergisch bedingte Lungenentzündung hervorrufen. Ein Großteil der einatembaren Holzstäube gilt als krebserzeugend, der Rest als krebsverdächtig, wobei von den Krebserkrankungen die Nasen- und Nasennebenhöhlen betroffen sind.
Zum Schutz vor Stäuben müssen alle spanabhebenden Holzbearbeitungsmaschinen über eine Absaugung verfügen. Ausnahmen bestehen bei Unterschreitung des Grenzwerts, etwa bei Arbeiten im Freien, oder bei kurzen Maschinenlaufzeiten. Bei Arbeiten, bei denen Holzstaub entsteht, muss eine partikelfiltrierende Halbmaske FFP2 getragen werden. Diese ist auch zum Schutz vor Quarzfeinstaub und Zementstaub vorgeschrieben.
PAK
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sind eine Stoffgruppe, zu der auch krebserzeugende Verbindungen zählen. PAK entstehen durch unvollständige Verbrennung von organischem Material und finden sich unter anderem in Erdöl und Kohle sowie in daraus hergestellten Produkten. Im Baugewerbe ist eine Exposition vor allem bei der Sanierung von Kaminen und von Parkettböden oder Holzstöckelpflaster mit PAK-haltigem Kleber möglich. Zum Teil wurde auch das verwendete Holz mit Teeröl imprägniert.
PAK können zur Reizung von Atemwegen, Augen und Verdauungstrakt führen, Krebserkrankungen von Lunge, Kehlkopf, Niere, Harnblase und Haut verursachen, das Erbgut und die Fortpflanzungsfähigkeit schädigen. Die Aufnahme in den Körper erfolgt durch Einatmen, Hautkontakt oder, wenn die Maßnahmen der Arbeitsplatzhygiene nicht eingehalten werden, durch Verschlucken.
An der schwarzen Farbe und am typischen Teergeruch lassen sich PAK-haltige Produkte erkennen. Werden diese in Innenräumen ausgebaut, ist auf ausreichende Lüftung zu achten. Bei der Bearbeitung von PAK-haltigem Material können einatembare Stäube entstehen, beim Erwärmen gesundheitsschädigende Dämpfe. Das trifft beispielsweise auf das Schneiden von Dämmplatten mit Heißdraht zu, welches daher im Freien durchgeführt werden sollte.
Isocyanate
Für Montage- und Dichtungsarbeiten im Baubereich, z. B. für Mauerungsarbeiten mit Planziegeln, zur Dämmung, bei Installationen oder beim Versetzen von Türen und Fenstern, werden Schäume verwendet. Die darin enthaltenen Isocyanate reizen Augen, Haut und Atemwege und können zu Isocyanat-Asthma führen. Eine krebserzeugende Wirkung durch Methylendiphenylisocyanate (MDI) besteht bei Überschreitung des Grenzwerts. Während das Material aufgeschäumt wird und aushärtet, können MDI durch Einatmen oder Hautkontakt in den Körper aufgenommen werden.
In der Regel ist man der Belastung durch MDI beim Arbeiten mit Montageschäumen nur kurzzeitig ausgesetzt, wobei der MAK-Wert deutlich unterschritten wird. Nur in bestimmten Arbeitssituationen, etwa an sehr heißen Sommertagen, kommt es mitunter zu Grenzwertüberschreitungen, wie Kerschbaum betont: „Eine Gefahr besteht erst bei Temperaturen über 60 Grad Celsius.“ Um das Gesundheitsrisiko zu reduzieren, sollten Produkte mit einem möglichst geringen Isocyanat-Anteil gewählt werden. Schutzbrille und -handschuhe verhindern einen Kontakt mit den Schadstoffen.
Benzin und Diesel
Bei handgeführten zweitaktmotorbetriebenen Arbeitsmitteln ist der Auspuff oft so positioniert, dass man die Abgase direkt einatmet. Das trifft z. B. auf Motorsägen, Rüttelplatten, Betonschneider oder Betonglättmaschinen zu. Verwendet man für diese Geräte „normales“ Tankstellenbenzin, das krebserzeugendes Benzol enthält, wird dieses Benzol teilweise unverbrannt mit den Abgasen wieder ausgestoßen. Für handgeführte Zweitaktmaschinen ist daher seit 2015 nur mehr benzolfreier Kraftstoff (Alkylatbenzin) zugelassen. Als Alternativen stehen elektrische bzw. mit Akku ausgestattete handgeführte Arbeitsmittel zur Verfügung. Für mit Viertaktmotoren betriebene Geräte darf nach wie vor Tankstellenbenzin verwendet werden. Eine Gesundheitsgefahr besteht hier durch Einatmen, Hautkontakt oder Verschlucken. Die Wirkungen reichen von Reizung der Haut und der Schleimhäute über Vergiftung bei Verschlucken oder Eindringen in die Atemwege bis zu gutartigen und bösartigen Bluterkrankungen wie Leukämie. Die Anzahl der exponierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer muss daher möglichst gering gehalten werden. Bei kurzzeitigem Umgang mit benzolhaltigem Benzin bieten Nitrilhandschuhe Schutz.
Ein weiterer Kraftstoff, vor dem man sich aufgrund seiner krebserzeugenden Wirkung schützen muss, ist Diesel, der beim Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein kann. Bei längerem oder wiederholtem Hautkontakt sind Hautkrankheiten bis zum Hautkrebs mögliche Folgen. Diese treten auf, wenn man den Kraftstoff als Trenn- oder Reinigungsmittel verwendet und sich nicht mit Handschuhen schützt. „Auf Baustellen werden Asphaltspritzer von Asphaltiergeräten mit Diesel weggeputzt“, nennt Stühlinger ein Beispiel für eine nicht bestimmungsgemäße Verwendung. Um ein Verschütten zu verhindern, sollte beim Betanken immer ein Einfüllstutzen oder Trichter als Einfüllhilfe verwendet werden.
Die Abgase von dieselbetriebenen Fahrzeugen und Maschinen sind aufgrund ultrafeiner Rußkernpartikel ebenfalls krebserzeugend, was vor allem bei Tätigkeiten in umschlossenen Räumen, Tunnels, engen Gruben oder Schächten mit unzureichender Durchlüftung eine Gefahr darstellt. Abhilfe schaffen Absaugvorrichtungen direkt an der Entstehungsstelle und Dieselpartikelfilter. Ältere Geräte können mit Filtersystemen nachgerüstet werden. Als Atemschutz dienen partikelfiltrierende Halbmasken FFP2. Die optimale Lösung ist ein Umstieg auf Geräte mit emissionsfreien Antriebstechniken, etwa auf elektrisch betriebene Arbeitsmittel.

Zusammenfassung

Bauberufe weisen den höchsten Anteil an Krebserkrankungen auf. Welche krebserzeugenden Stoffe auf Baustellen vorkommen, bei welchen Tätigkeiten man ihnen ausgesetzt ist und wie man sich schützen kann, ist in dem neuen Merkblatt der AUVA M.plus 340.6 „Krebserzeugende Arbeitsstoffe auf Baustellen“ beschrieben.

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